„Omas Arbeit ist weg!“

Unser Kindergarten liegt am Stadtrand. Hinter der Straße sind Felder und in der Ferne ist die Raffinerie Heide zu sehen. Am Tag durch Rauchwolken, in Dunklen an den vielen Lichtern. Dort arbeitet die meine Mutter im Büro. Gestern war es etwas diesig und kurz vor der Kita sagte der Wolf zu seinem Papa: „Omas Arbeit ist weg. Die ist geklaut!“ Auf Nachfrage von ihm, wer die Raffinerie geklaut hat, kam „der große Mann!“

Heute Morgen – klare Sicht – Lichter waren wieder sichtbar.

„Ein Glück, Papa. Omas Arbeit ist wieder da!“

Bitte bleib so neugierig und aufmerksam, kleiner Wolf. Du hast damit gestern und auch heute mindestens fünf Menschen zum Schmunzeln gebracht.

3 Jahre kleiner Wolf.

Wow, wie schnell ist bitte dieses Jahr an uns vorbei gezogen? Du bist jetzt schon drei!
Arztbesuche: U7a erfolgreich bestanden. Alles gezeigt und gesagt, was du solltest. Wobei du lieber die Bilder von der Wand erklären wolltest, als die vom Zettel. Wunderbar entwickelt bist du! Dieses Jahr warst du zum Glück nicht so häufig krank. Bisschen Fieber zwischendurch, mit Scharlach. Leider auch ein Medikamenten Exanthem, aber das hatten wir zum Glück schnell im Griff.

Tagsüber: Das mit meiner Vollzeit-Stelle hatte sich schnell eingespielt. Dein Papa bringt dich in den Kindergarten und ihr habt da einen richtig schönen Ablauf gefunden. Seit wir rausgefunden haben, dass es dir im Schlafraum einfach zu laut war, hast du deinen Mittagsschlaf wieder draußen in der Karre gemacht. Viel entspannter für uns alle! Wobei es jetzt langsam auf Abschaffung hinaus läuft. Manchmal möchtest du einfach nicht schlafen. Du hast dann irgendwann einen kleinen Durchhänger, schaffst es aber immer besser bis abends.

In den Nächten: In den letzten Wochen sind wir noch eine Stufe weiter gekommen. Abends ziehst du dir deine Hose und deinen Pulli aus und wir gehen aufs Klo. Mal mit mir, mal mit Papa. Wickeln, Schlafanzug anziehen, Zähne putzen. Du suchst dir ein Buch aus und ins Bett gekuschelt lesen wir. Kuscheln, knutschen, vom Tag erzählen. Papa rufen. Mich aus dem Bett werfen. Mit Papa das Schlaflied singen. Du hast seit ein paar Wochen eine Lampe direkt am Bett. Manchmal schaust du noch ein Buch an und machst dann das Licht aus. Oder schläfst bei Licht ein. Wir schleichen uns abends rein und schalten es aus. Du kommst immer seltener zu uns nachts. Dafür ist dann morgens dein Licht wieder an. Es scheint dir genug Sicherheit zu geben.

Essen: Alles probieren, was wir essen. Besonders das, was du eigentlich nicht essen sollst. Du bist eine kleine Schokoschnute, Gummibärchen sind nicht so dein Fall. Obst in Form von Quetschies. Ab und an etwas Banane. Phasenweise hast du tatsächlich ein ganzen Brot gegessen, aber wirklich leer werden nur deine Joghurts. Du holst dir inzwischen alles selber aus dem Kühlschrank. Neueste Vorliebe: Milka Philadelpia und Pommbären. Nicht zusammen.

Unterwegs: Den Buggy nutzen wir noch immer sehr viel. Ich kaufe gerne zu Fuß ein, kann dich aber an der Hauptstraße und auch im Laden nicht laufen lassen. Dann bist du weg. Wenn wir mit deinem Papa unterwegs sind, darfst du mehr laufen. Wobei du auch gerne auf seinen Schultern sitzt. Die Strecke zum Kindergarten ist auch kein Problem und in Skagen bist du sogar vom Parkplatz bis zur Spitze gelaufen. Das ist echt schön.

Gelernt: Sooooo viel! Du redest uns in Grund und Boden. Öffnest die Autotür. Machst den Beamer aus. Stellst deinen Hocker vors Klo. Ziehst dich aus. Schneidest Dinge aus. Baust mit den Schienen. Baust mit richtigem Lego! Singst das Schlaflied mit. Oder alle anderen Lieder aus dem Kindergarten. Schaust dir Fotos auf Omas Handy an, startest dort auch die Videos. Räumst dein Geschirr aus der Spülmaschine. Telefonierst wie ein Profi. Wächst als digital Native auf – lineares Fernsehen findest du merkwürdig.

Familie: Zwei Wochen nur mit Mama geht auch. Sogar bei Oma hast du jetzt wieder mal geschlafen. Dir fehlt deine Tante, aber die kommt in zwei Wochen nach 3 Monaten endlich wieder. Nach einer Woche Urlaub mit deiner Cousine und deinem Cousin vermisst du sie ganz ordentlich.

Kleiderkiste: 98/104 ist noch immer die Größe der Wahl. Im Sommer passten die ganzen kurzen Checkerhosen prima. Ein paar Jacken in 98 hab ich aussortiert. Aber Schneeanzug müsste eigentlich noch passen. Zumindest der Softshellanzug passt prima und auch die Matschklamotten. Aufgestockt habe ich die Zahl der Hosen, vielleicht möchtest du es bald mal ohne Windel probieren? Deine Halbschuhe haben jetzt Größe 25, die Gummistiefel auch. Eigentlich erwarte ich demnächst einen Sprung in den Größen. Mal abwarten, Winterstiefel in 27 haben wir noch.

Wir mit dir: Unser geliebter Wolf, das war schon ein sehr emotionales Jahr. So viel muss sich erst finden – und du hast uns immer wieder gezeigt, wie schön alles doch sein kann. Du tust vorallem deiner Uroma so gut! Ich liebe es einfach, dich spielen zu sehen, mit dir zu reden, dich zu kraulen. Vieles konnte ich die ersten Jahre gar nicht richtig fühlen, umso schöner ist es jetzt.

Happy Birthday, großer Wolf!

„Dafür habe ich nicht den richtigen Mund!“

Der Wolf redet inzwischen ohne Punkt und Komma. Fängt morgens an, kommentiert alles, hört erst beim Einschlafen wieder auf. Das Gute daran: Worte, die wir meistens richtig verstehen können. Er bildet Sätze, erzählt ganze Geschichten. Wie viel davon genau so geschehen ist, steht auf einem anderen Blatt. Wenn wir etwas nicht verstehen, erklärt er uns das mehrfach. Bis wir das halt endlich kapiert haben. Aber manchmal stolpert er noch über Wörter, die er nicht so richtig aussprechen kann. Schildkröte ist eins davon. Er versucht es zwar, aber nach einigen Versuchen schaut er uns dann traurig an, schiebt die Unterlippe vor, seufzt und sagt: „Dafür habe ich einfach nicht den richtigen Mund.“

Das kommt schon noch, kleiner geliebter Wolf. <3

BMO!

Der Liebste steht momentan sehr auf Adventure Time. Er hat die Lego-Figuren auf dem Schreibtisch stehen, schaut die Serie und besitzt T-Shirt plus Mütze mit BMO. Zu Weihnachten bekam er von mir eine Funko-Pop-Figur von Marceline. Natürlich kann der Wolf die Namen aller Figuren und freut sich jedes Mal, wenn er Jake oder BMO sieht. Sogar, wenn er sieht, dass der Liebste mir geschrieben hat – er hat sein Gesicht als Avatar.

Die Mütze ist jeden Morgen Diskussionsgrund. Der Wolf möchte sie tragen. Aber es ist einfach eine Mütze für Erwachsene und sie gehört seinem Papa.

Nun ja. Jetzt hat er auch eine.


Links die Mütze für den Wolf. Natürlich habe ich mal wieder vergessen zu spiegeln – aber das fällt zum Glück nicht so sehr auf. Rechts die gekaufte Version. 

Der Wolf hat sich so gefreut, er ist gestern den ganzen Tag mit Mütze unterwegs gewesen. Wir konnten sie ist erst im Halbschlaf abnehmen. 

Überraschung gelungen. 

 

Ba-dumm.

Schon mal in Dänemark gewesen? Da gibt’s in den Orten zur Verkehrsberuhigung am Ortseingang, -ausgang und manchmal auch im Ort „Bumps“. Ein Stück der Straße ist dann deutlich höher und sowohl beim Rauffahren, als auch beim Runterfahren sagten wir immer „ba-dumm!“ 

Das fand der Wolf großartig. Auf dem Weg zu seiner Oma sind ebenfalls ähnliche Schwellen. Die werden im Auto jetzt immer gefeiert. 

Bei seiner Oma hat der Wolf eine Duploeisenbahn mit Bahnübergang. Die Bahnstrecke ist völlig uninteressant. Er fährt lieber mit den Autos und LKWs („L-W-K, Mama!“ über die Schwellen und kommentiert das mit: „ba-dumm! Ba-dumm!“

Und jetzt auch hier. Der LWK fährt über die Türschwelle. Ba-dumm. Ba-dumm. Ba-dumm.