Motivationspost. 25 Kilo.

Manchmal muss man sich selbst vor Augen führen, was schon geschafft ist.

Am ersten Weihnachtstag waren wir brunchen. Ich trug dasselbe Kleid wie genau ein Jahr zuvor und es war gerade niemand im Waschraum. Schnell ein paar Fotos gemacht und Zuhause gebastelt. Der tägliche Blick in den Spiegel zeigt nun nicht so viel, aber mit einem Jahr Unterschied sehe selbst ich deutlich, was ich geschafft habe.

Als Startgewicht habe ich das Vorschwangerschaftsgewicht genommen. In der Schwangerschaft mit dem Wolf zeigt die Waage zum Schluss +12 Kilo. Die bin ich bis zu seinem zweiten Geburtstag auch langsam losgeworden. Aber dann lief nichts mehr. Also erstmal alles, was ich so über Ernährung wusste, infrage gestellt. Süßkram drastisch reduziert. Im April ’17 dann Fettlogik überwinden gelesen und angefangen, alles zu tracken. Alles. Alles alles alles. Kalorienzufuhr auf 1200-1400 Kalorien beschränkt. Zwei Mal die Woche zum Sport, im Sommer sogar zusätzlich noch 3×15 Minuten morgens geschwommen. Der Zacken nach oben war der Sommerurlaub. 3 Wochen Dänemark mit wenig Sport, viel Eis und anderen Köchen. Aber auch das war schnell wieder weg. Ich weiß ja, wie ich es machen muss. Mein komplettes Essverhalten hat sich verändert. Es reicht eine kleine Süßigkeit – ich esse nicht für die Menge, sondern für den Geschmack. Gehe weniger Kompromisse ein. Wenn ich etwas nicht mag, lass ich es liegen. Essen nicht mehr alles auf, wenn ich eigentlich satt bin. Verändere die Mahlzeiten, damit es mir schmeckt. Entdecke neue Gerichte. Koch inzwischen fast jeden Abend zwei Gerichte. Weil ich es mir wert bin.

Wohin die Reise geht? Ich weiß es nicht. Sportlich habe ich noch ein paar Ziele, die ich irgendwann angehen möchte. Verschiedene Yoga- und Kraftübungen, die noch mehr Muskeln erfordern, als momentan vorhanden. Aber so ohne Rücken- und Knieschmerzen lebt es sich deutlich besser. Mein Kleiderschrank ist deutlich kleiner geworden und neue Teile kaufen macht plötzlich Spaß. Es ist echt cool, so eine größere Auswahl zu haben und sich was zu kaufen, was gefällt.

5+5. Hmpf.

Im Grunde habe ich seit dem Test Bauchschmerzen. Mal mehr, mal weniger. Konnte ich es beim Wolf direkt auf die Verdauung schieben, bin ich mir jetzt nicht so ganz sicher. Ich hoffe, das wird bald weniger. Zumindest tat Sport gestern gut. Noch habe ich keinen Plan, wie ich das anpasse. Mal sehen, wie lange mir was noch gut tut.

Termin beim Arzt habe ich auch, am 12. Januar. Dann wäre ich bei 7+0.

In meinem Umfeld gab es noch weitere schöne Nachrichten von Schwangerschaften. Dieses Mal bin ich ziemlich unsicher, wann ich es mitteile. Erstmal den Arzttermin abwarten.

Vollzeit.

Seit über einem Jahr arbeiten der Mann und ich Vollzeit. Eigentlich war das übergangsweise geplant, weil sein Arbeitsvertrag nur bis 31.12.2016 ging. Damit wir dann etwas mehr Spielraum haben, was die Finanzen angeht. Vertrag wurde erstmal verlängert, aber es klappte so gut, ich wollte nicht zurück zur Teilzeit. Mir ging und geht es jetzt wesentlich besser als vorher. Ich hoffe, wir können das auch weiter irgendwie nächsten Jahr hinbekommen. Das dritte Jahr Elternzeit für den Wolf habe ich mir erstmal aufgespart, wer weiß wann ich das noch brauche. Wenn ich noch mal Teilzeit arbeite, würde ich meine Stunden anders verteilen.

Momentan bringt der Liebste den Wolf morgens in die Krippe in die Frühbetreuung. Um 7 Uhr geht es für den Wolf los. Da bin ich meistens schon fast eine Stunde bei der Arbeit. Durch meine Gleitzeit kann ich recht flexibel anfangen. Ab 6 Uhr zählt die Uhr. Das nutze ich sehr gerne. Die Straßen sind noch frei, es gibt einen Parkplatz nicht ganz so weit weg und ich kann in Ruhe ankommen. Mein Fahrtweg hat sich jetzt von 25 auf 35 Minuten erhört, da bis Ende 2018 eine Hauptstraße saniert wird. Mit Verkehr wird das schnell auch mal 40-45 Minuten. Der Mann ist gegen 7:30 Uhr bei der Arbeit, nutzt diese 30 Minuten zum Überstundenabbau – sofern er wirklich pünktlich um 16 Uhr geht, was auch nicht immer der Fall ist. Der Wolf wird bis 14 Uhr in der Krippe betreut und wird von Montag bis Donnerstag von meiner Mutter abgeholt. Am Freitag arbeite ich nur bis 12 Uhr, der Mann bis 13 Uhr – also holen wir den Wolf zusammen ab.

Mein Jahr Teilzeit arbeitete ich 28 Stunden, verteilt auf vier Tage. Der Wolf ging ab 8 Uhr in die Krippe. Somit war ich meistens gegen 8:40 Uhr sehr abgehetzt bei der Arbeit und musste bis 16:10 Uhr bleiben. Zeit für Überstundenaufbau? Nicht möglich. Dafür dann ein schlechtes Gewissen, wenn ich erst gegen 17 Uhr meinen Sohn abholen konnte. Eingekauft wurde abends um 20 Uhr, gekocht? Sehr selten. Alles nur gehetzt, schnell schnell. Kaum Zeit unter der Woche.

Seit der Vollzeit ist das anders. Ich bin viel entspannter, kann auch früher gehen, wenn es nötig ist – Stunden bekomme ich jetzt locker zusammen. Meist gehe ich um 15:30 Uhr, kaufe auf dem Rückweg ein und genieße die Zeit mit dem Wolf. Habe wieder Spaß am Kochen, fahre regelmäßig zum Sport. Konzentriere mich mehr auf mich. Bin eine entspanntere Mutter für meinen Sohn. Nur durch ~45 Minuten mehr Zeit am Abend! Seit er manchmal in seinem Bett durchschläft, fehlt er mir morgens sehr. Da hüpft mein Herz, wenn ich ihn erzählen höre, bevor ich zur Arbeit fahre. Ich schaue kurz in sein Zimmer, wenn das Licht brennt und sollte er wach sein, wird schnell gekuschelt. Die fünf Minuten habe ich auch noch.

Freitags frei zu haben war echt toll, aber sollte ich erneut Teilzeit beantragen, würde ich lieber 45-60 Minuten weniger pro Tag machen und freitags arbeiten. Einfach um genug Puffer zu haben, nicht hetzen zu müssen. (Bei Teilzeit in Elternzeit ist das Maximum 30 Stunden – dann müsste ich natürlich rechnen, wie das passt.)

Festivallust.

Heute vor fünf Jahren veröffentlichte ich diesen Artikel über meine Beziehung zu Festivals. Es war genug, es reichte. Müde war ich. Das blieb auch noch etwas so. 2012 waren wir trotzdem noch beim M’era Luna, im Folgejahr auch. Dann gab es erstmal eine längere Pause. Bis auf die Wave Gothic Treffen. Aber das ist für uns mehr Treffen als Festival gewesen.

Letztes Jahr kribbelte es ganz plötzlich wieder. Der Liebste war eine Woche im Harz und hatte eine tolles Zeit mit verschiedenen kreativen Köpfen. Dafür durfte ich zum M’era Luna. Es war ein wundervolles Wochenende – auch wenn es verdammt ungewohnt war, drei Nächte ohne den Wolf zu verbringen. Das Maximum vorher war eine Nacht. Es hat mir so gut getan, mich an dem Wochenende ausschließlich um mich zu kümmern. Musik, tanzen, leckeres Essen, schick machen, campen, tolle Menschen.

Dieses Jahr klappte es leider nicht, dass der Mann in den Harz fährt – nächstes Jahr hoffentlich wieder. Trotzdem geht es für mich wieder los. Das erste Mal nach Wacken! Obwohl es nur knapp 30 Minuten bis dort sind, war ich noch nie auf dem Open Air. Die Bands reizen mich sehr, meine Freundin nimmt mein Zelt schon vorher mit – also geht es los! Die Aufregung kribbelt so langsam unter meiner Haut. Es ist ein klitzekleines bisschen größer als alle Festivals, auf denen ich bisher war. Aber ich habe Bock. So richtig.

Am Wochenende danach ist M’era Luna. Dorthin gehts mit der liebsten Zauberschlampe, unserer Mädelscrew – und einem Haufen zauberhafter Twitterer. Das ist immer wie nach Hause kommen. Ich hoffe, wir kommen ohne viel Stau durch. Das ist doch ein etwas weiteres Stück Anreise.

Wer weiß, was die nächsten Jahre ist – dieses Jahr nehme ich einfach so viel mit, wie ich kann. Zusammen mit dem Liebsten wäre es noch schöner, irgendwann wird auch das wieder gehen.

Vorfreude ist die schönste Freude – nach den Festivals kommt der Familienurlaub. Auch das wird schön!

27.


12 von 12 in der Geburtstagsedition habe ich wieder nicht geschafft – dafür bin ich einfach zu viel rumgewuselt. Es war ein schöner, aber auch sehr anstrengender Tag. Mit einem kleinen Teil der Familie. Was auch vollkommen reicht, schließlich habe ich gearbeitet und war erst um 16 Uhr bei meinen Eltern. Zum Glück hielt das Wetter und wir konnten draußen Kaffee trinken und grillen. Der Wolf hat sich an den Muffins und am Nudelsalat satt gegessen und sich hervorragend um die Bespaßung der Urgroßeltern gekümmert. Mein Opa wurde 86 und bekam ein Foto vom Wolf – hat sich sehr gefreut.

Mit 27 möchte ich:

+ auf dem Heider Marktfrieden Spaß haben

+ Urlaub in Dänemark machen

+ zum M’era Luna fahren

+ zu Konzerten von Covenant und Bosse

+ weiter bunte Haare haben

+ mit dem Wolf schwimmen gehen

+ mit dem Mann ein Wochenende alleine verbringen

+ Silvester mit Sekt anstoßen

+ Sommerrollen zaubern

+ mir etwas nähen – Rock oder Kleid

+ mehr Zeit draußen verbringen

+ ans Meer

 

Mit 26 wollte ich:

+ Urlaub in Dänemark und an der Mosel machen

Dänemark war schön, auch wenn es doch recht kalt war. An der Mosel waren wir wegen des Umzugs nicht.

+ wieder auf Mittelaltermärkten lagern

Leider nicht geschafft, auch wenn es geplant war. Zu viel Arbeit. Zu viel Familienkram. Aber es fehlt mir.

+ mit dem Liebsten schöne Dinge erleben

Oh, wir haben viele schöne Dinge gemacht. Waren bummeln, Feuerwerk schauen, in Leipzig…

+ eine Kindergarten-Mutti werden

Yes, I am. Wobei das jetzt nicht so Auswirkungen hat.

+ den Wolf bewundern, wie er wächst und wie er neue Dinge lernt

Jede Sekunde!

+ Zeit auf dem Spielplatz verbringen

Spielplätze sind noch gar nicht so interessant, findet der Wolf. Die Gärten von den Großeltern und Urgroßeltern umso mehr.

+ Herzmenschen um mich haben

Leider viel zu selten – aber wenn, dann tat es besonders gut!

+ meine Schwester besuchen

Haben wir im Dezember gemacht. Schön war es!