Gedanken und Wünsche.

Sowohl in meinem Internetzuhause als auch im reelen Leben sind momentan sehr viele Damen (wieder) schwanger. Als die frohen Botschaften verkündet wurden, gab mir eigentlich jede einen ordentlichen Stich. Weil mein Herz auch möchte. Weil das alles so schön ist. Weil ich es kaum abwarten kann.

Inzwischen sind vier Monate vergangen. Es hat sich wieder einiges verändert. Unser Alltag ist jetzt anders anstrengend. Ich genieße die Zeit mit dem Wolf noch mehr – liebe es aber auch, Zeit für mich zu haben. Es ist noch oft viel Stress, um halbwegs zu der Uhrzeit dort zu sein, wann es geplant war. Stress, den ich mir natürlich auch selber mache – dank Gleitzeit sind 5 oder 10 Minuten eigentlich echt egal. Langsam kommt das in meinem Kopf auch an. Es entwickeln sich Routinen, auch für den Haushalt. Es wird also.

Trotzdem bleibt mein Kopf nicht still. Ich lese weiter Geburtsberichte, Wochenberichte, Tweets, Blogs und seit Samstag auch das Buch Geborgen wachsen von Susanne Mierau*, was ich eigentlich nur in unserer örtlichen Buchhandlung anschauen wollte, aber doch gleich gekauft habe. Weil das Wetter so schön war, habe ich sogar draußen auf unserer Terrasse (bzw den Waschbetonplatten vor unserer Tür) neben dem schlafenden Wolf lesen können. Schön war das.

Momentan bin ich nicht schwanger und die nächste Zeit wird das auch nicht der Fall sein. Oftmals kann ich Gedanken besser aus meinem Kopf bekommen, wenn ich sie aufschreibe. Das hat letztes Mal schon ganz gut funktioniert, also probieren wir das ein weiteres Mal. Es wäre utopisch zu glauben, nur weil ich etwas aufschreibe, wird es passieren. Es sind einfach Wünsche, die ich an meine Umgebung und auch an mich selber habe. Besonders an mich selbst. Wobei ich ganz klar sagen muss, dass ich nicht mit der Schwangerschaft/Geburt des Wolfes hadere. So wie es war, war es verdammt gut. Jetzt weiß ich nicht nur theoretisch wie es geht, sondern habe alles schon gemacht. Erfahrung ist das Zauberwort.

Ich wünsche mir für die nächste Schwangerschaft…
… genauso viel Gelassenheit wie in der ersten.
… ein Babybauch-Shooting mit so einem tollen Flatter-Kleid.
… auch für die Vorsorge eine Hebamme und nicht nur die Ärztin.
… eine Mitschwangere in der näheren Umgebung.
… einen anderen Vorbereitungskurs als letztes Mal.
… länger Sport machen zu können.
… meine Grenzen zu erkennen und dass dann auch deutlich zu sagen.

Ich wünsche mir für die nächste Geburt…
… mehr Mut, meine Postion zu verändern.
… die Motivation, dieses Mal ins Wasser zu gehen.
… mehr schöne Fotos aus dem Kreißsaal.
… der Nabelschnur die Zeit zum Auspulsieren geben zu können.
… mir mehr zu vertrauen.
… mehr Kekse.

Ich wünsche mir für die Zeit nach der Geburt…
… mehr Ruhe.
… weniger Zettelkram.
… das Baby möglichst früh im Tuch tragen zu können.
… Familienkuschelzeit.
… früher Stoffwindeln zu benutzen.
… eine nette Hebamme, der ich vertrauen kann.
… einen Rückbildungskurs mit Damen, die ich vielleicht schon kenne.
… eine Still- oder Krabbelgruppe.

Bis es soweit ist, fallen mir bestimmt noch wesentlich mehr Dinge ein – und dann wird alles ganz anders. Ich freue mich darauf. Sehr. 

 

*Amazon-Partnerlink

Wolfs-Mama sein.

Irgendwie anders und doch genau so, wie ich es erhofft hatte.

Als mir der kleine Wolf direkt nach der Geburt auf den Bauch gelegt wurde, konnte ich es eigentlich noch gar nicht richtig begreifen, das die Schwangerschaft nun vorbei war. Es war unglaublich, dieses kleine Wesen mit den großen Augen jetzt endlich anfassen zu können. Der Bauch war leer und das Herz voll. Für den Moment waren es unfassbar viele Gefühle, die auf mich einwirkten. Die mussten erstmal sortiert werden. Über allem schwebte aber die beeindruckende Liebe für dieses Geschöpf, was mich zur Mama machte. Auch wenn diese Liebe erst jetzt für mich richtig greifbar ist – sie war in mir drin, seit ich den zweiten hauchzarten Strich auf dem Test gesehen habe.

Der kleine Wolf macht mich zu dem, was ich schon immer sein wollte: Mutter. Der Liebste ist ein wunderbarer Vater und ich könnte mir niemanden besseren vorstellen, um für den kleinen Wolf zusammen Eltern zu sein. Wir machen zwar einige Dinge anders als es hier viele für richtig halten – aber das ist halt unsere Erziehung. (Nur weil wir jetzt gemeinsam Eltern sind, sind wir noch lange nicht Erwachsen.)

Unser Kind ist das beste, was uns passieren konnte. Es gibt einfach nichts schöneres, als durch bloße Anwesenheit ein weinendes Baby zum Lachen zu bringen. Weil ich seine Mama bin und der Liebste sein Papa ist. Bei uns ist der Kleine sicher und wir verteidigen ihn mit unseren Krallen. Schon im Krankenhaus schlief er am Besten auf einem von uns – inzwischen reicht Körperkontakt. Wir probieren es immer wieder auch mal ohne – aber noch klappt das nicht mehr als 10 Minuten. Das ist vollkommen okay. Wer 41 Wochen in meinem Bauch gewohnt hat, muss nicht mit 14 Wochen alleine im Bett schlafen. Allein das Urvertrauen mit dem der kleine Wolf weiß, bei uns kann ihm nichts passieren – das ist so überwältigend.

Die Geburt und die Krankenhauszeit beschäftigt mich in manchen Momenten noch sehr. Die Wehen-App konnte ich bisher nicht vom Smartphone löschen. Mir ist völlig klar, dass ich das alles noch mindestens ein Mal erleben möchte. Niemand kann mir versichern, dass es wieder so schön wird – aber ich hoffe es. Neues Leben im Bauch und dann im Arm zu halten ist so zauberhaft. Vom Herzen her würde ich gerne sofort einen zweiten kleinen Wolf – der Körper möchte noch nicht und der Kopf weiß, es muss vorher wieder gearbeitet werden und zwar mindestens ein ganzes Jahr. Auch wäre es schön bis dahin eine größere Wohnung oder ein Haus zu haben.

Die Zeit bis dahin wird genossen – jede Minute mit dem kleinen Wolf macht mich so glücklich. Das Jahr Elternzeit ist eigentlich viel zu kurz. Ich beneide so manche Frau, die länger Zuhause bleiben kann und bin dann wieder sehr froh, zumindest die Möglichkeit zu haben ein Jahr genießen zu können. (Vielleicht sollte ich doch mal Lotto spielen oder so.)

Manchmal stehe ich vor dem Spiegel und kann es kaum fassen, wie toll mein Leben geworden ist. Erträumt habe ich mir es – aber wann werden Träume schon viel schöner wahr als man erhofft hat?

(null)

Drei Nächte Krankenhaus.

Im Nachhinein würde ich sagen, wären wir schon von Beginn an zu dritt im Zimmer gewesen – ich wäre früher gegangen. Aber von Anfang an: Ich wurde mit meinem Baby auf dem Schoß in das Zimmer geschoben und krabbelte dort in mein Bett. Die bisherige Zimmerbewohnerin wartete nur noch auf Ihre Unterlagen und ging dann nach Hause. Dadurch bekam ich ihr Mittagessen. Gegen Mittag kam meine Mutter uns besuchen und war absolut überwältigt von ihrem Enkel. Sie war eigentlich davon ausgegangen, dass das länger dauert bis er auf der Welt ist. Mein Mann war die ganze Zeit an meiner Seite und kuschelte mit seinem Sohn. Ich bekam noch mehr Besuch – und ich war so, so, so froh über jeden, der mir ein bisschen Ablenkung verschaffte. Auch an den nächsten Tagen. Aufstehen war zuerst noch sehr anstrengend, mir wurde schnell schwindelig. Zum Klo und zurück ging gerade so. Über die Schmerzen beim Toilettengang schweige ich jetzt mal. Autschn.

Der kleine Wolf schlief die meiste Zeit auf meinem Bauch oder im Arm vom Liebsten. Das Babybay fand er schon am ersten Tag nicht so toll. Als die Nachtschwester kam und sich vorstellte, war ich gerade etwas eingedöst. Sie bat mich, irgendwann in der Nacht zu Ihnen zu kommen, damit der Kleine gewogen werden konnte. Ich bekam von ihr dann auch gesagt, dass ich den Kleinen ruhig in meinem Bett schlafen lassen kann. Hab ich natürlich auch. Gegen drei spuckte er dann ordentlich Fruchtwasser – also ging es auch zu den Schwestern, wenn wir schon wach waren. Dort hustete er noch einige Male. Die Hebamme, die bei der Entbindung dabei war, sagte am nächsten Tag auch, dass kaum Fruchtwasser kam, als sie die Blase aufgestochen hatte. Er hatte also viel verschluckt. Gewicht war etwas weniger, aber das ist ja ganz normal. Den Rest der Nacht haben wir dann mit kuscheln und anlegen verbracht. Die Nachwehen, die ich bei jedem Anlegen hatte, waren wie starke Regelschmerzen, aber aushaltbar.

Gegen Mittag am zweiten Tag bekam ich dann die erste Zimmernachbarin. Kaiserschnitt, Ende 30, zweites Kind und noch sehr beduselt. Sie schlief viel und auch das Mädchen war sehr ruhig. Nur musste sie jedes mal klingeln, wenn sie die Kleine aus dem Babybay haben wollte. Dadurch wurde der Wolf häufiger wach, wenn sie schrie. Aber auch die Nacht war ok. Eigentlich wollte ich vormittags duschen, aber war dann die Fotografin da – ein Bild gab es trotzdem nicht, der Wolf fand es einfach doof, auf dem Kissen zu liegen. Mein Mann kam erst abends – aber meine Großeltern waren nachmittags da. Mit Kuchen! Zum Frühstück hatte ich es nicht geschafft – es gibt auf der Station morgens und abends Buffett. Ich lag den Tag über schräg im Bett – so taten die Nähte kaum weh. Nachts ging ich wieder zum Wiegen. Die Schwester war sehr nett und plauderte ein wenig mit mir.

Am dritten Tag kam dann die dritte Bewohnerin. Jünger als ich, große Klappe und irgendwie sehr überfordert. Hatte eine PDA und wurde auch geschnitten – saß trotzdem die ganze Zeit im Schneidersitz – wie auch immer sie das konnte. Ich habe es den ganzen Vormittag nur sehr kurz geschafft, den kleinen Wolf abzulegen… Es reichte nur fürs kurze Frischmachen im Bad. Als mein Mann dann abends da war, blockierte sie das Bad – duschen war wieder nicht drin. Grml. Auch wartete ich seit der Ankündigung von der Visite morgens darauf, zur Untersuchung abgeholt zu werden. Das passierte dann gegen 18 Uhr. Meine Nähte sahen gut aus, Wochenfluss lief, Blutwerte waren auch okay. Heftiger Bluterguss, aber das war alles soweit zu erwarten. Ich war froh, vorher einen so guten Eisenwert gehabt zu haben. Milcheinschuss fing so langsam an, aber das spürte ich kaum. Es gab von der Ärztin dann noch die üblichen Anweisungen und von ihr das okay, dass ich am nächsten Tag gehen konnte. Puh. Aber davor war noch eine Nacht zu überstehen. Die hatte es in sich. Ein Baby nörgelte eigentlich immer – nur das mittlere Baby weinte nicht, es schrie wie 6 Sirenen. Von 0 auf 100 in einer Sekunde. Der kleine Wolf war ziemlich unbeeindruckt – dafür hatte er nachts die erste Milchschnute. Mein Spaziergang zum Wiegen gegen 2 Uhr brachte dann noch den fehlenden Hörtest hervor. Nur – schlafend bekam ich das Baby im Babybay nicht aus dem Zimmer. Also kam die Schwester zwei Stunden später reingeschlichen und machte den Test auf meinem Bauch. Zum Glück war es da gerade mal ruhig im Raum. Mehrmals war Festbeleuchtung an, weil Frau PDA die Lampe über ihrem Bett nicht an bekam. Grml.

Bei der Visite am Morgen beschwerten sich die anderen Beiden, dass ihre Kinder ja nicht zum Wiegen abgeholt wurden und auch nicht gewickelt wurden. Hm ja. Eigentlich waren beide inzwischen wieder fit genug um selber zu laufen oder zumindest um zu klingeln, wenn die Babys wach waren. Haben sie aber nicht. Selber Schuld irgendwie. Ich wartete auf den Kinderarzt. Die U2 wurde gegen 12 Uhr gemacht – der Arzt war vom Namen begeistert und alle Untersuchungen waren super. Sogar Blut abnehmen wurde nur mit kurzem Genörgel quittiert. Mit einem Entlassgewicht von 3030 Gramm ging es nach Hause. Beim Stillen bekam der kleine Wolf inzwischen auch richtig Milch – ich habe den Milcheinschuss so gar nicht mitbekommen. Nur meine Oberweite war schon wieder gewachsen. Als die U2 fertig war, rief ich meinen Papa an, der meinen Mann abholte und zusammen ging es dann nach Hause. Ich wusste erst nicht richtig, wie ich im Auto sitzen sollte, schließlich hatte ich das die letzten Tag eher vermieden. Ging irgendwie. Der kleine Wolf verschlief die Fahrt nach Hause komplett.

Mein Krankenhaus-Fazit: Drei Nächte waren ok. Gerade für meine Anfangsfragen war es gut, immer eine Hebamme oder Schwester zu haben. Ich sollte am dritten Tag zur Wochenbettgymnastik – ich war dann alleine mit der Hebamme und einem Wolf, der nur weinte, wenn er nicht an meiner Brust lag. Also angedockt und mit ihre über die Geburt und das Stillen gesprochen. Sie ist auch Stillberaterin und gab mir noch ein paar Tipps. Das war echt schön. Auch bin ich echt froh, die ganze Sauerei mit dem Anfangs-Wochenfluss dort gelassen zu haben. Das hätte ich gar nicht hier haben wollen. Wobei ein Badezimmer für mich alleine natürlich schöner gewesen wäre. Es war alles in allem schon okay dort im Krankenhaus.

Das erste, was ich nach dem Stillen Zuhause gemacht habe, war ein Lachsbrötchen verdrücken und ausgiebig duschen. Das war so gut.

Ein Wolf kommt auf die Welt.

Der kleine Wolf ist jetzt schon ein paar Tage bei uns Zuhause und ich fühle, wie die Erinnerungen immer mehr verschwimmen. Natürliche Reaktion meines Körpers, aber trotzdem möchte ich die Geburt gerne so wirklich wie möglich festhalten.

Dienstagabend gingen mein Mann und ich recht früh zu Bett, um noch eine Serienfolge zu schauen. Ich war deprimiert, weil der nächste Morgen wieder einen Besuch beim Frauenarzt bringen sollte. Das bedeutete früh aufstehen und dort den halben Vormittag verbringen. Plus das Gespräch über die Einleitung, die wohl nötig wäre. Denkste. Der kleine Wolf hatte das anders geplant.

Um 01:00 Uhr wurde ich wach. Rückenschmerzen und auf Klo musste ich auch. Dorthin gehumpelt und wieder zurück ins Bett gekrochen. Bisschen gedöst und es genossen, dass mein Mann seine warme Hand an meinen Rücken legte. Die Rückenschmerzen kamen irgendwie regelmäßig und wurden immer unangenehmer. Um 01:30 Uhr habe ich mir meine Klamotten, das iPhone und mein Selterflasche geschnappt und bin ins Wohnzimmer umgezogen. Die Katze lag auf meinem Sessel, also blieb ich auf meinem Schreibtischstuhl. Ich spielte und startete regelmäßig meine Wehenapp. So langsam war ich mir dann doch sicher, dass das nicht nur normale Schmerzen waren. Im Sitzen wurde der ganze Bauch hart und es zog dort ordentlich. Dafür waren die Rückenschmerzen fast weg. Der Abstand der Wegen war fast die ganze Zeit ziemlich regelmäßig bei 5 Minuten. Dauer der Wehen 45-60 Sekunden. Ich trank immer wieder vorsichtig kleine Schlucke Selter, ständig begleitet vom Gefühl alles wieder in die Kloschüssel zu befördern. Das (etwas schärfere) Essen vom Abend zuvor war schon wieder aus meinem Körper. Die Zeit verging irgendwie sehr schnell. Die Wehen wurden heftiger und ich las noch etwas in verschiedenen Blogs, Foren und bei Twitter. Noch waren die Wehen irgendwie nicht stark genug – war jedenfalls meine Meinung. Aber ich konnte die Visualisierung mit dem Luftballon im Bauch wunderbar üben. Zwei bis drei Atemzüge schaffte ich pro Wehe.

wehen

Es kribbelte so langsam, als mir bewusst wurde, dass sich der kleine Wolf tatsächlich auf den Weg gemacht hat. Von alleine! Um halb vier hat mir die Katze dann den Sessel überlassen – nur um mir noch mal schön die Pfoten ins Gesicht zu schlagen. Dafür flog sie dann aus dem Wohnzimmer. Im Poäng habe ich es ein wenig besser ausgehalten. Letzte Woche Freitag hatte ich schon alle zehn Minuten einen harten Bauch – was eine prima Übungseinheit für das Aufblasen des Luftballons war. Wie wichtig diese Visualisierung für mich war, wurde mir erst später in den Presswehen bewusst. Ich bewegte mich zwischen Bad und Wohnzimmer hin und her. Um halb vier erwischte mich eine Wehe, als ich noch lief und das war schon eine andere Stärke. Die Abstände waren noch immer bei 5 Minuten. In meinem Kopf lief eigentlich immer nur ein Gedanke: „Nach der nächsten Wehe wecke ich meinen Mann und rufe meine Mutter an.“ Und dann war die Wehe doch nicht so schlimm. Um 4 Uhr watschelte ich ins Schlafzimmer. Mein Mann wollte erst, dass ich mich wieder zu ihm lege, schließlich müsse er erst um 7 Uhr aufstehen. Als er etwas wacher war, wurde auch er aufgeregter, zog sich an und packte noch ein paar Dinge in den Rucksack.

Nach zwei weiteren Wehen war auch meine Mutter informiert und machte sich auf den Weg zu uns. Um 4:45 Uhr sind wir nach 15 Minuten Fahrt im Krankenhaus angekommen. Die Sitzheizung im Beetle tat im Rücken sehr gut. Ich konnte mich tief in den Sitz drücken und meinen Bauch aufpusten. Zwischen den Wehen unterhielt ich mich ganz normal mit den Beiden und war komplett schmerzfrei. In den Wehen hörte ich zwar, was um mich gesprochen wurde, brauchte aber alle Konzentration für mich und den Wolf.

Meine Mutter lies uns vorm Haupteingang aussteigen und parkte. Ich wollte, dass sie zumindest bis nach der Untersuchung bleibt, falls wir wieder nach Hause geschickt werden würden. (Was zu dem Zeitpunkt tatsächlich meine größte Sorge war. Ich wusste die Intensität einfach nicht einzuschätzen.)

Wir liefen am Empfang vorbei – Wehe. Mein Mann redete kurz mit der Dame dort, ich wusste wo wir hin mussten. In den Aufzug – Wehe. Ich habe kurz überlegt dort noch ein Foto zu machen, aber mein Smartphone hatte mein Mann und ich die nächste Wehe. Beim Laufen kamen sie in wesentlich kürzeren Abständen, dauerten aber auch nicht so lange. Wir klingelten an der Entbindungsstation und wurden von einer lieben Hebamme empfangen.

Um 5 Uhr lag ich dann am CTG und war etwas enttäuscht, wie niedrig die Zahlen dort noch waren – und hatte definitiv Angst vor den Schmerzen, die noch kommen würden. Die Hebamme machte die Aufnahme und sprach immer wieder ruhig mit mir. Auf der Seite liegen war okay. Nur der Schlauch, unter den sie die CTG-Knöpfe klemmte, ganz schön eng.

Um 5:50 Uhr kam dann die Ärztin und machte Ultraschall. Den Kopf konnte sie schon nicht mehr messen, war aber mit den letzten Werten meiner Frauenärztin zufrieden. Mein Mann unterhielt sich mit ihr und versuchte auf dem Bildschirm was zu erkennen. Mir dauerte das alles zu lange – auf dem Rücken liegen war doof. Außerdem war das doch jetzt auch egal, schließlich war der Wolf auf dem Weg und bald in unseren Armen! Fruchtwasser war noch ein bisschen zu sehen, die Fruchtblase war bisher nicht geplatzt. Zwischen den nächsten Wehen verpasste mir die Ärztin einen Zugang in die rechte Hand und nahm Blut ab. Bei meinem letzten Zugang tat die Hand nicht so weh… Nach einer weiteren Wehe, die ich irgendwie auf der Liege veratmete, kletterte ich auf den Untersuchungsstuhl. Muttermund 1-2 cm. Uff. Das war ja fast der Befund von vor zwei Tagen? Na das dauert wohl noch den ganzen Tag. Der Mann half mir beim Anziehen. Die Hebammen hatten Schichtwechsel und in der Zeit sollten wir ruhig ein wenig laufen. Ich hing in jeder Wehe an meinem Mann und legte mich wieder auf die Liege – das war besser. Mama war inzwischen wieder gefahren und wollte mittags wieder vorbei schauen.

Die Hebamme, die nach dem Schichtwechsel für die Station da war, hatte eine Praktikantin dabei. Beide unglaublich nett und die Hebamme war genau die richtige Mischung aus mich in Ruhe lassen und mir gezielt Hilfestellung geben. Bevor wir uns dann einen Kreißsaal aussuchten, verschwand ich noch mal auf Toilette. Holla, die Wehe dort musste ich heftig veratmen. Alle drei Kreißsäle waren frei und ich suchte mir den mit der Wanne aus. Vorher fand ich die Idee mit dem Wasser gar nicht so schlecht – als ich dort hinein ging war ich mir schon nicht mehr so sicher. Wir wurden erstmal in Ruhe gelassen.

Ich setzte mich auf den Sessel und hoffte, die Schmerzen dort besser aushalten zu können. Einige Wehen konnte ich dort veratmen. Aufstehen und an meinen Mann hängen brachte schon nichts mehr. Der Schmerz rollte langsam an und ich musste mich konzentrieren, um tief einzuatmen. Etwas später kam dann die Hebamme und bat mich, mich auf die Liege zu legen, damit das CTG angeschlossen werden konnte. Also lag ich dann seitlich dort und die Praktikantin drückte bei jeder Wehe den CTG-Knopf gegen meinen Bauch, sonst zeichnete das Gerät nichts auf. Mein Mann saß an der Kopfseite der Liege und redete mit den beiden. Die Hebamme fragte, ob ich Schmerzmittel haben möchte. Meine Frage, ob das denn auch wirke, beantwortete sie mit einem Grinsen. Dann war ich wieder in der nächsten Wehe und mein Mann entschied für mich. An meinen Zugang wurde Meptid und etwas zum Weichmachen des Muttermundes gehängt. Die nächste Untersuchung gegen 8 Uhr ergab schon 8 cm. Immer wieder wurde kommentiert, wie schnell die Geburt geht.

Geredet habe ich nicht mehr. Zwischen den Wehen gab es kurze Erholung, was ich auch brauchte. Durch das Schmerzmittel war mir etwas schummrig und nach wie vor übel. Gespuckt habe ich erstaunlicherweise nicht. Sämtliches Schamgefühl habe ich an der Tür des Kreißsaales abgegeben. Meine Hose hatte mein Mann mir vor der Untersuchung ausgezogen und wieder anziehen wollte ich sie auch nicht. Ich bekam eine Decke über die Beine und dann hörte das Zittern auch etwas auf. Das Schmerzmittel wirkte schnell und nahm die fiesen Schmerzspitzen aus den Wehen. Es zog weiter ordentlich im Rücken. Die Hebamme fragte irgendwann, ob sich die Wehen anders anfühlen. Prompt hatte ich in der nächsten Wehe das Gefühl eine ganz andere Kraft in mir wirkt. Da die Fruchtblase bis jetzt noch intakt war, öffnete die Hebamme sie. Viel Wasser kam aber wohl nicht mehr. Die Ärztin tauchte auf und ging auch nicht mehr weg. Einige Wehen versuchte ich noch zu veratmen, bis ich mich dann traute, mitzupressen. Mein rechtes Bein stand inzwischen auf der Schulter der Hebamme. Der kleine Wolf rutschte langsam voran. Der CTG-Knopf musste auch immer weiter runter geschoben werden. Mein Mann war inzwischen in der hintersten Ecke des Raumes…

Geschrien habe ich während der ganzen Wehen nicht. Nur gestöhnt und zum Schluss geknurrt. Die Hebamme schob mich immer wieder zurück auf die Liege, in den Wehen krümmte ich mich sehr zusammen. Positionswechsel war dann notwendig. Ich lag auf dem Rücken und zog die Knie an mich. Zuerst zögerlich, dann konnte ich richtig mitpressen. Es war erst ein sehr komisches Gefühl, aber mit der Hilfe der Hebamme habe ich es dann geschafft, nicht in den Kopf zu pressen, sondern zum Wolf hin. Die Zeit zwischen den Presswehen wurde etwas länger und ich klarer. Der Mann bekam dann auch noch eine rausgestreckte Zunge von mir – warum weiß ich nicht mehr. Alles spannte in den Pausen und so richtig war es noch nicht in meinem Kopf angekommen, dass die Geburt gleich passiert war. Ich schaffte es 2x pro Wehe mitzupressen. Das war aber nicht ganz genug – die Ärztin legte ein Laken unter meinen Rücken, zog es über meinem Bauch zusammen und drückte in der nächsten Wehe mit. Das Gefühl zu Zerreißen blieb sehr kurz – dann war’s geschafft.

Um 8:44 Uhr. Erst der Kopf, dann glitt der Rest aus mir raus. Es dauerte einige Atemzüge, bis ich wieder genug Luft hatte. Der kleine Wolf schrie sehr fleißig und war total blau. Sie legten ihn auf meinen Bauch und ich konnte es eigentlich so gar nicht wirklich fassen, dass das jetzt der kleine Punkt auf dem ersten Ultraschallbild ist. Er schaute uns aus seinen großen Augen an und suchte auch ziemlich schnell nach der Milchbar. Er wechselte sehr schnell von blau zu rosig. Wehen hatte ich nicht mehr, aber die Plazenta kam durch leichtes Pressen so. Die Fruchtblase war auch noch deutlich sichtbar – ohne weiteres Riss. Weder mein Mann noch ich wollten die Nabelschnur durchschneiden, was dann die Praktikantin durfte.

Während wir kuschelten, wurde ich versorgt. Ein paar Schürfwunden hatte ich und an zwei Stellen musste noch genäht werden. Das Nähen des Dammrisses war nicht so einfach, weil ich genau dort eine Krampfader habe. Deswegen hätte sich die Hebamme während der Geburt auch nicht getraut, zu schneiden. Die Schmerzen der Geburt waren geschafft – aber das Nähen tat saumäßig weh. Wir durften dann erstmal ausgiebig kuscheln. In der Zwischenzeit waren noch mehr Schwangere angekommen und wir hatten die Hebamme nicht mehr für uns. Nach einer Stunde auf meinem Bauch, wo der Kleine auch seine Körperausgänge testete, wurde er vermessen. 3240 Gramm, 50 cm und 34 cm Kopfumfang. Apgar-Werte 9/10/10 – Hebamme kommentierte das nur locker mit: „Kleiner Streber!“ Mein Mann bekam ihn eingepackt auf den Arm und ich durfte mit Hilfe aufstehen. Dann ging es mit dem Rollstuhl auf die Station in unser Zimmer – ein Dreibettzimmer, aus dem gerade die bisher einzige Patientin entlassen wurde. Ich trug die ganze Zeit über mein Toten Hosen Shirt, was ich auch auf dem letzten Bauchbild an hatte. Und Socken mit Igeln. (Die wir dann liebevoll Blutigel getauft haben.)

name

Über die Zeit im Krankenhaus schreibe ich dann demnächst.

39+6.

Wie lange bin ich schwanger?
39 Wochen und 6 Tage.

Arztbesuche?
Donnerstag war mein letzter vorgeplanter Termin. Da sagte die Ärztin schon, dass sich mein Körper bereit macht. Alles weich und Muttermund fingerdurchlässig. Wehen waren noch keine auf dem CTG – ich habe auch bisher keine. Morgen ist jetzt der nächste Termin, allerdings dazwischengeschoben. Darf bestimmt lange warten. der Ultraschall letzte Woche zeigte auch, dass das Köpfchen schon im Becken ist, vermessen war fast nicht mehr möglich. Das Gewicht gab sie zögerlich mit 3100 Gramm an, meinte aber, dass das bestimmt mehr ist.

Was war schön letzte Woche?
Viel bewusste Zeit mit meinem Mann. Außerdem war ich bei meinen Großeltern und bei meinen Eltern. Ich genieße das sehr, wenn ich nicht alleine hier bin. Wobei sich häufig die Katze auf meinem Schoß zusammenrollt, wenn ich auf dem Sessel liege. Das ist auch sehr schön.

Was vermisse ich?
Hamburg.

Was macht mein Körper?
Nichts mehr nach Plan. Mal reichen ihm 4 Stunden Schlaf, dann brauche ich wieder 12 Stunden. Mal Bärenhunger, dann wieder Übelkeit nach zwei Bissen. Noch dazu ist mir warm. Ständig. Mit Jacke gehe ich eigentlich nur raus, wenn es regnet.

Worauf habe ich besonders Heißhunger?
Ich kann es kaum abwarten, wieder Lachsbrötchen zu essen.

Was geht so gar nicht?
Am Rechner sitzen. Ich bekomme einfach sehr schlecht Luft, wenn ich normal auf einem Stuhl sitze. Erst Recht beim Tippen.

Was haben wir vorbereitet?
Ein zweites Tragetuch, was mir dank Twitter ausgeliehen wurde, ist angekommen – und so so so schön. Außerdem habe ich jetzt eine Wickeltasche. Noch dazu habe ich heute 7 Stoffwindeln gekauft – wenn der kleine dann etwas größer ist, werde ich das Wickeln damit ausprobieren.

Worüber freue ich mich?
Über die vielen Nachrichten, die jetzt schon eintrudeln und die Vorfreude, die die ganze Familie uns zeigt. Hier freuen sich schon alle auf den Wolf.

39ssw

39+1. Mit Halloween Deko im Bad. Bin sehr froh, dass das toten Hosen Shirt noch passt.