6+3. Urgh.

Mir ist komisch. Immer wieder ekelhafte Übelkeit. Dazu Bauchschmerzen. Wenn ich abends die Hose nicht schließe, geht es besser. Obwohl die Hosen nicht wirklich eng sitzen. Schwindel kommt regelmäßig dazu, wenn ich zu schnell aufstehe.

Koffeinempfindlichkeit hat sich auch schon wieder sehr gesteigert. Mehr als ein Latte Macchiato morgens geht nicht, wenn ich irgendwann noch schlafen möchte.

Beim Duschen geht heißes Wasser im Gesicht auch nicht mehr. Waren es letztes mal die Nebenhöhlen, sind es jetzt die Stirnhöhlen, die schmerzen.

Am Freitag habe ich den Arzttermin. Ich bin sehr gespannt. Auch wenn ich noch länger die Klappe halten wollte – meine Eltern werden es dann wohl schon erfahren, weil sie Urlaub buchen wollen. Wir werden definitiv nicht mitkommen.

Was mir momentan ziemlich auf den Keks geht: Essen. Um mich herum gibts es schöne Abnahme-Challenges und ich muss andauernd irgendwas gegen die Übelkeit essen. Natürlich weiß ich, dass ich zunehmen werde – aber gut geht es mir damit jetzt nicht. Auch ist mir bewusst, dass mein Körper schon Wasser einlagern und auch meine Brüste sind schon deutlich fester geworden. Das muss sich auf der Waage zeigen. (Hätte ich echt nicht gedacht, dass mir das jetzt doch so viel Gedanken gibt. Plus die Angst, welchen Sport ich denn jetzt noch machen kann. Es gibt hier einen Schwimmkurs für Schwangere, den würde ich dann gerne mitmachen. Aber erst in ein paar Wochen.)

5+5. Hmpf.

Im Grunde habe ich seit dem Test Bauchschmerzen. Mal mehr, mal weniger. Konnte ich es beim Wolf direkt auf die Verdauung schieben, bin ich mir jetzt nicht so ganz sicher. Ich hoffe, das wird bald weniger. Zumindest tat Sport gestern gut. Noch habe ich keinen Plan, wie ich das anpasse. Mal sehen, wie lange mir was noch gut tut.

Termin beim Arzt habe ich auch, am 12. Januar. Dann wäre ich bei 7+0.

In meinem Umfeld gab es noch weitere schöne Nachrichten von Schwangerschaften. Dieses Mal bin ich ziemlich unsicher, wann ich es mitteile. Erstmal den Arzttermin abwarten.

Gedanken und Wünsche.

Sowohl in meinem Internetzuhause als auch im reelen Leben sind momentan sehr viele Damen (wieder) schwanger. Als die frohen Botschaften verkündet wurden, gab mir eigentlich jede einen ordentlichen Stich. Weil mein Herz auch möchte. Weil das alles so schön ist. Weil ich es kaum abwarten kann.

Inzwischen sind vier Monate vergangen. Es hat sich wieder einiges verändert. Unser Alltag ist jetzt anders anstrengend. Ich genieße die Zeit mit dem Wolf noch mehr – liebe es aber auch, Zeit für mich zu haben. Es ist noch oft viel Stress, um halbwegs zu der Uhrzeit dort zu sein, wann es geplant war. Stress, den ich mir natürlich auch selber mache – dank Gleitzeit sind 5 oder 10 Minuten eigentlich echt egal. Langsam kommt das in meinem Kopf auch an. Es entwickeln sich Routinen, auch für den Haushalt. Es wird also.

Trotzdem bleibt mein Kopf nicht still. Ich lese weiter Geburtsberichte, Wochenberichte, Tweets, Blogs und seit Samstag auch das Buch Geborgen wachsen von Susanne Mierau*, was ich eigentlich nur in unserer örtlichen Buchhandlung anschauen wollte, aber doch gleich gekauft habe. Weil das Wetter so schön war, habe ich sogar draußen auf unserer Terrasse (bzw den Waschbetonplatten vor unserer Tür) neben dem schlafenden Wolf lesen können. Schön war das.

Momentan bin ich nicht schwanger und die nächste Zeit wird das auch nicht der Fall sein. Oftmals kann ich Gedanken besser aus meinem Kopf bekommen, wenn ich sie aufschreibe. Das hat letztes Mal schon ganz gut funktioniert, also probieren wir das ein weiteres Mal. Es wäre utopisch zu glauben, nur weil ich etwas aufschreibe, wird es passieren. Es sind einfach Wünsche, die ich an meine Umgebung und auch an mich selber habe. Besonders an mich selbst. Wobei ich ganz klar sagen muss, dass ich nicht mit der Schwangerschaft/Geburt des Wolfes hadere. So wie es war, war es verdammt gut. Jetzt weiß ich nicht nur theoretisch wie es geht, sondern habe alles schon gemacht. Erfahrung ist das Zauberwort.

Ich wünsche mir für die nächste Schwangerschaft…
… genauso viel Gelassenheit wie in der ersten.
… ein Babybauch-Shooting mit so einem tollen Flatter-Kleid.
… auch für die Vorsorge eine Hebamme und nicht nur die Ärztin.
… eine Mitschwangere in der näheren Umgebung.
… einen anderen Vorbereitungskurs als letztes Mal.
… länger Sport machen zu können.
… meine Grenzen zu erkennen und dass dann auch deutlich zu sagen.

Ich wünsche mir für die nächste Geburt…
… mehr Mut, meine Postion zu verändern.
… die Motivation, dieses Mal ins Wasser zu gehen.
… mehr schöne Fotos aus dem Kreißsaal.
… der Nabelschnur die Zeit zum Auspulsieren geben zu können.
… mir mehr zu vertrauen.
… mehr Kekse.

Ich wünsche mir für die Zeit nach der Geburt…
… mehr Ruhe.
… weniger Zettelkram.
… das Baby möglichst früh im Tuch tragen zu können.
… Familienkuschelzeit.
… früher Stoffwindeln zu benutzen.
… eine nette Hebamme, der ich vertrauen kann.
… einen Rückbildungskurs mit Damen, die ich vielleicht schon kenne.
… eine Still- oder Krabbelgruppe.

Bis es soweit ist, fallen mir bestimmt noch wesentlich mehr Dinge ein – und dann wird alles ganz anders. Ich freue mich darauf. Sehr. 

 

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Wolfs-Mama sein.

Irgendwie anders und doch genau so, wie ich es erhofft hatte.

Als mir der kleine Wolf direkt nach der Geburt auf den Bauch gelegt wurde, konnte ich es eigentlich noch gar nicht richtig begreifen, das die Schwangerschaft nun vorbei war. Es war unglaublich, dieses kleine Wesen mit den großen Augen jetzt endlich anfassen zu können. Der Bauch war leer und das Herz voll. Für den Moment waren es unfassbar viele Gefühle, die auf mich einwirkten. Die mussten erstmal sortiert werden. Über allem schwebte aber die beeindruckende Liebe für dieses Geschöpf, was mich zur Mama machte. Auch wenn diese Liebe erst jetzt für mich richtig greifbar ist – sie war in mir drin, seit ich den zweiten hauchzarten Strich auf dem Test gesehen habe.

Der kleine Wolf macht mich zu dem, was ich schon immer sein wollte: Mutter. Der Liebste ist ein wunderbarer Vater und ich könnte mir niemanden besseren vorstellen, um für den kleinen Wolf zusammen Eltern zu sein. Wir machen zwar einige Dinge anders als es hier viele für richtig halten – aber das ist halt unsere Erziehung. (Nur weil wir jetzt gemeinsam Eltern sind, sind wir noch lange nicht Erwachsen.)

Unser Kind ist das beste, was uns passieren konnte. Es gibt einfach nichts schöneres, als durch bloße Anwesenheit ein weinendes Baby zum Lachen zu bringen. Weil ich seine Mama bin und der Liebste sein Papa ist. Bei uns ist der Kleine sicher und wir verteidigen ihn mit unseren Krallen. Schon im Krankenhaus schlief er am Besten auf einem von uns – inzwischen reicht Körperkontakt. Wir probieren es immer wieder auch mal ohne – aber noch klappt das nicht mehr als 10 Minuten. Das ist vollkommen okay. Wer 41 Wochen in meinem Bauch gewohnt hat, muss nicht mit 14 Wochen alleine im Bett schlafen. Allein das Urvertrauen mit dem der kleine Wolf weiß, bei uns kann ihm nichts passieren – das ist so überwältigend.

Die Geburt und die Krankenhauszeit beschäftigt mich in manchen Momenten noch sehr. Die Wehen-App konnte ich bisher nicht vom Smartphone löschen. Mir ist völlig klar, dass ich das alles noch mindestens ein Mal erleben möchte. Niemand kann mir versichern, dass es wieder so schön wird – aber ich hoffe es. Neues Leben im Bauch und dann im Arm zu halten ist so zauberhaft. Vom Herzen her würde ich gerne sofort einen zweiten kleinen Wolf – der Körper möchte noch nicht und der Kopf weiß, es muss vorher wieder gearbeitet werden und zwar mindestens ein ganzes Jahr. Auch wäre es schön bis dahin eine größere Wohnung oder ein Haus zu haben.

Die Zeit bis dahin wird genossen – jede Minute mit dem kleinen Wolf macht mich so glücklich. Das Jahr Elternzeit ist eigentlich viel zu kurz. Ich beneide so manche Frau, die länger Zuhause bleiben kann und bin dann wieder sehr froh, zumindest die Möglichkeit zu haben ein Jahr genießen zu können. (Vielleicht sollte ich doch mal Lotto spielen oder so.)

Manchmal stehe ich vor dem Spiegel und kann es kaum fassen, wie toll mein Leben geworden ist. Erträumt habe ich mir es – aber wann werden Träume schon viel schöner wahr als man erhofft hat?

(null)

Drei Nächte Krankenhaus.

Im Nachhinein würde ich sagen, wären wir schon von Beginn an zu dritt im Zimmer gewesen – ich wäre früher gegangen. Aber von Anfang an: Ich wurde mit meinem Baby auf dem Schoß in das Zimmer geschoben und krabbelte dort in mein Bett. Die bisherige Zimmerbewohnerin wartete nur noch auf Ihre Unterlagen und ging dann nach Hause. Dadurch bekam ich ihr Mittagessen. Gegen Mittag kam meine Mutter uns besuchen und war absolut überwältigt von ihrem Enkel. Sie war eigentlich davon ausgegangen, dass das länger dauert bis er auf der Welt ist. Mein Mann war die ganze Zeit an meiner Seite und kuschelte mit seinem Sohn. Ich bekam noch mehr Besuch – und ich war so, so, so froh über jeden, der mir ein bisschen Ablenkung verschaffte. Auch an den nächsten Tagen. Aufstehen war zuerst noch sehr anstrengend, mir wurde schnell schwindelig. Zum Klo und zurück ging gerade so. Über die Schmerzen beim Toilettengang schweige ich jetzt mal. Autschn.

Der kleine Wolf schlief die meiste Zeit auf meinem Bauch oder im Arm vom Liebsten. Das Babybay fand er schon am ersten Tag nicht so toll. Als die Nachtschwester kam und sich vorstellte, war ich gerade etwas eingedöst. Sie bat mich, irgendwann in der Nacht zu Ihnen zu kommen, damit der Kleine gewogen werden konnte. Ich bekam von ihr dann auch gesagt, dass ich den Kleinen ruhig in meinem Bett schlafen lassen kann. Hab ich natürlich auch. Gegen drei spuckte er dann ordentlich Fruchtwasser – also ging es auch zu den Schwestern, wenn wir schon wach waren. Dort hustete er noch einige Male. Die Hebamme, die bei der Entbindung dabei war, sagte am nächsten Tag auch, dass kaum Fruchtwasser kam, als sie die Blase aufgestochen hatte. Er hatte also viel verschluckt. Gewicht war etwas weniger, aber das ist ja ganz normal. Den Rest der Nacht haben wir dann mit kuscheln und anlegen verbracht. Die Nachwehen, die ich bei jedem Anlegen hatte, waren wie starke Regelschmerzen, aber aushaltbar.

Gegen Mittag am zweiten Tag bekam ich dann die erste Zimmernachbarin. Kaiserschnitt, Ende 30, zweites Kind und noch sehr beduselt. Sie schlief viel und auch das Mädchen war sehr ruhig. Nur musste sie jedes mal klingeln, wenn sie die Kleine aus dem Babybay haben wollte. Dadurch wurde der Wolf häufiger wach, wenn sie schrie. Aber auch die Nacht war ok. Eigentlich wollte ich vormittags duschen, aber war dann die Fotografin da – ein Bild gab es trotzdem nicht, der Wolf fand es einfach doof, auf dem Kissen zu liegen. Mein Mann kam erst abends – aber meine Großeltern waren nachmittags da. Mit Kuchen! Zum Frühstück hatte ich es nicht geschafft – es gibt auf der Station morgens und abends Buffett. Ich lag den Tag über schräg im Bett – so taten die Nähte kaum weh. Nachts ging ich wieder zum Wiegen. Die Schwester war sehr nett und plauderte ein wenig mit mir.

Am dritten Tag kam dann die dritte Bewohnerin. Jünger als ich, große Klappe und irgendwie sehr überfordert. Hatte eine PDA und wurde auch geschnitten – saß trotzdem die ganze Zeit im Schneidersitz – wie auch immer sie das konnte. Ich habe es den ganzen Vormittag nur sehr kurz geschafft, den kleinen Wolf abzulegen… Es reichte nur fürs kurze Frischmachen im Bad. Als mein Mann dann abends da war, blockierte sie das Bad – duschen war wieder nicht drin. Grml. Auch wartete ich seit der Ankündigung von der Visite morgens darauf, zur Untersuchung abgeholt zu werden. Das passierte dann gegen 18 Uhr. Meine Nähte sahen gut aus, Wochenfluss lief, Blutwerte waren auch okay. Heftiger Bluterguss, aber das war alles soweit zu erwarten. Ich war froh, vorher einen so guten Eisenwert gehabt zu haben. Milcheinschuss fing so langsam an, aber das spürte ich kaum. Es gab von der Ärztin dann noch die üblichen Anweisungen und von ihr das okay, dass ich am nächsten Tag gehen konnte. Puh. Aber davor war noch eine Nacht zu überstehen. Die hatte es in sich. Ein Baby nörgelte eigentlich immer – nur das mittlere Baby weinte nicht, es schrie wie 6 Sirenen. Von 0 auf 100 in einer Sekunde. Der kleine Wolf war ziemlich unbeeindruckt – dafür hatte er nachts die erste Milchschnute. Mein Spaziergang zum Wiegen gegen 2 Uhr brachte dann noch den fehlenden Hörtest hervor. Nur – schlafend bekam ich das Baby im Babybay nicht aus dem Zimmer. Also kam die Schwester zwei Stunden später reingeschlichen und machte den Test auf meinem Bauch. Zum Glück war es da gerade mal ruhig im Raum. Mehrmals war Festbeleuchtung an, weil Frau PDA die Lampe über ihrem Bett nicht an bekam. Grml.

Bei der Visite am Morgen beschwerten sich die anderen Beiden, dass ihre Kinder ja nicht zum Wiegen abgeholt wurden und auch nicht gewickelt wurden. Hm ja. Eigentlich waren beide inzwischen wieder fit genug um selber zu laufen oder zumindest um zu klingeln, wenn die Babys wach waren. Haben sie aber nicht. Selber Schuld irgendwie. Ich wartete auf den Kinderarzt. Die U2 wurde gegen 12 Uhr gemacht – der Arzt war vom Namen begeistert und alle Untersuchungen waren super. Sogar Blut abnehmen wurde nur mit kurzem Genörgel quittiert. Mit einem Entlassgewicht von 3030 Gramm ging es nach Hause. Beim Stillen bekam der kleine Wolf inzwischen auch richtig Milch – ich habe den Milcheinschuss so gar nicht mitbekommen. Nur meine Oberweite war schon wieder gewachsen. Als die U2 fertig war, rief ich meinen Papa an, der meinen Mann abholte und zusammen ging es dann nach Hause. Ich wusste erst nicht richtig, wie ich im Auto sitzen sollte, schließlich hatte ich das die letzten Tag eher vermieden. Ging irgendwie. Der kleine Wolf verschlief die Fahrt nach Hause komplett.

Mein Krankenhaus-Fazit: Drei Nächte waren ok. Gerade für meine Anfangsfragen war es gut, immer eine Hebamme oder Schwester zu haben. Ich sollte am dritten Tag zur Wochenbettgymnastik – ich war dann alleine mit der Hebamme und einem Wolf, der nur weinte, wenn er nicht an meiner Brust lag. Also angedockt und mit ihre über die Geburt und das Stillen gesprochen. Sie ist auch Stillberaterin und gab mir noch ein paar Tipps. Das war echt schön. Auch bin ich echt froh, die ganze Sauerei mit dem Anfangs-Wochenfluss dort gelassen zu haben. Das hätte ich gar nicht hier haben wollen. Wobei ein Badezimmer für mich alleine natürlich schöner gewesen wäre. Es war alles in allem schon okay dort im Krankenhaus.

Das erste, was ich nach dem Stillen Zuhause gemacht habe, war ein Lachsbrötchen verdrücken und ausgiebig duschen. Das war so gut.