Seelenhygiene.

Ein Wort, was ich eigentlich nicht so mag, aber ich finde kein anderes. 

Vor der Schwangerschaft habe ich es auch schon geschafft, eine Zeit sehr gut auf mich aufzupassen. Das ist was, was viele gar nicht kennen bzw müssen. Ich schon, sonst rutsche ich sehr schnell in Tiefen, die mir ganz und gar nicht gut tun. Der kleine Wolf hat mich die letzten Monate sehr in Beschlag gehabt, was ja auch ganz normal ist. So langsam kommen wir aber an den Punkt, an dem ich etwas für mich machen muss, um für ihn eine Mutter zu sein, die er verdient hat. Um für meinen Mann die Ehefrau zu sein, die er geheiratet hat. Um bald wieder arbeiten zu können, wie ich es vor der Schwangerschaft gemacht habe. Und mich dabei nicht zu verlieren. 

Erkenntnis ist ja oft schon die halbe Miete. Alltag umbauen, Zeitfenster anders nutzen. Ich räume inzwischen erst dort auf, wo es noch nicht so unordentlich ist – dann habe ich mit wenig Aufwand sofort ein Zimmer schon schick. Klingt jetzt banal – hilft mir aber. Putzen macht mich nicht glücklich – ein geputzte Wohnung aber schon. Um das etwas einfacher zu machen, versuche ich unsere Wohnung so zu gestalten, dass das etwas einfacher wird. Der Inhalt meines Kleiderschranks ist schon etwas geschrumpft – ich hatte so viele Hosen, die nicht mehr passten oder kaputt waren und die ich nur noch zum Renovieren tragen würde. (Natürlich habe ich nicht alle aussortiert, wer weiß, wie lange es noch dauert, bis wir uns ins Renovierungsgetümmel stürzen müssen.)

Wenn der kleine Wolf schläft, schaue ich oft Serien und räume auf. Oder mache die Wäsche. Seit wir viel mit Stoffwindeln wickeln, macht mir das sogar Spaß. (Es ist wirklich unfassbar, wie viel Müll wir so produzieren. Bewusst ist mir das mit den Windeln geworden. Inzwischen achte ich vermehrt darauf, immer öfter beim Einkaufen Stoff- oder Ikeataschen dabei zu haben und generell weniger Abfall zu produzieren.)

Mittwochs ist mein Sporttag – erst war abends Rückbildung und als das durch war, ging es endlich wieder ins Fitnessstudio. Die Zeit reicht bisher für 10 Minuten Crosstrainer und 45 Minuten Yogalates. Das gibt meistens unglaublich Muskelkater am nächsten Tag, macht mich aber so ausgeglichen. Vielleicht schaffe ich es bald auch mal wieder ins Schwimmbad. Das wäre schön. 

Es sind noch 50 Tage, bis wir nach Dänemark fahren. Danach startet die Eingewöhnung und wenn der Wolf Geburtstag hat, fange ich wieder an zu arbeiten. Noch etwas Zeit, die wir genießen können. Und damit ich das auch kann, werde ich wieder auf mich aufpassen. Mehr lesen, mehr Zeit am Meer, mehr bunte Haare, weniger über irgendwas ärgern. Und los geht’s. 

Ein Gedanke zu „Seelenhygiene.

  1. Bester Satz das mit dem Putzen und der aufgeräumten Wohnung, genau so gehts mir nämlich auch. Keine Ahnung wie andere putzen super finden können, ich will nur dass es sauber ist, das putzen würde ich gern überspringen.

    Dein Plan klingt auf jeden Fall gut!

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