Vollzeit.

Warum es hier so still ist? Weil das Leben so viel Zeit frisst. Alles ist anders, alles ist schöner, alles wird bald wieder neu.

Seit November arbeite ich wieder in Vollzeit. Zwei Jahre Elternzeit sind vorbei, eins habe ich mir aufgespart, falls es so nicht klappt. Ich hatte große Zweifel und großen Respekt vor der Vollzeit-Arbeit. Aber es klappt. Besser, als ich auch nur gehofft habe. Unsere komplette Tagesgestaltung hat sich geändert. Morgens schleiche ich mich um viertel nach fünf von meinen schlafenden Männern weg, mache mich fertig und fahre zur Arbeit. Der Wolf geht jetzt ab sieben Uhr in die Krippe und wird von seinem Vater hingebracht.

Durch meinen frühen Arbeitsbeginn, kann ich meist schon um 15:15 Uhr Feierabend machen. Es sind aber auch ohne Probleme noch 30 Minuten Überstunden drin. Das macht alles deutlich entspannter. Ich hole nach der Arbeit meine Männer ab und schaffe es meist sogar noch vorher einzukaufen. Der Wolf wird von seinen Großeltern aus der Krippe geholt und liebt es, dort zu spielen, bis ich ihn abhole.

Zuhause wird noch ein bisschen gespielt, es gibt Abendessen, Zähne werden geputzt und dann geht es ins Bett. Im Bett schaut sich der Wolf mit mir ein Buch an, danach singt sein Papa ihm sein Schlaflied. Wir hören den Wolf noch etwas über das Babyphone und meistens schläft er ein, ohne erneut ins Wohnzimmer zu kommen.

Es hat etwas gedauert, bis sich alles eingespielt hat, aber jetzt läuft es wirklich gut. Wir sind recht flexibel, ich kann den Wolf auch zur Krippe bringen, wenn der Liebste nicht kann. Oder früher gehen, um ihn abzuholen. Ich hadere auch nicht mehr damit, dass Vollzeit sein muss. Ab und zu bin ich zwar etwas neidisch, wenn ich sehe, wie andere drei Jahre mit ihren Kindern Zuhause bleiben können. Oder nur zwei. Bei uns geht das einfach nicht. Wir haben uns damit arrangiert. Nutzen die Zeit, die wir haben.

Morgen in einer Woche bekommen wir die Schlüssel für die neue Wohnung – dann verändert sich wieder alles. Wir wohnen bald nur noch 200 m vom Kindergarten entfernt – dafür wieder auf der anderen Seite der Stadt. Aber auch das hat seine Vorteile. Die Wohnung ist kleiner, hat ein Zimmer mehr und wird uns noch so einige Nerven kosten. Aber gesundheitlich wird es hoffentlich besser. Von vier Monaten in diesem Jahr habe ich drei hustend verbracht.

Vornehmen werde ich mir nichts mehr, aber einstauben soll es hier auch nicht.

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