„Dafür habe ich nicht den richtigen Mund!“

Der Wolf redet inzwischen ohne Punkt und Komma. Fängt morgens an, kommentiert alles, hört erst beim Einschlafen wieder auf. Das Gute daran: Worte, die wir meistens richtig verstehen können. Er bildet Sätze, erzählt ganze Geschichten. Wie viel davon genau so geschehen ist, steht auf einem anderen Blatt. Wenn wir etwas nicht verstehen, erklärt er uns das mehrfach. Bis wir das halt endlich kapiert haben. Aber manchmal stolpert er noch über Wörter, die er nicht so richtig aussprechen kann. Schildkröte ist eins davon. Er versucht es zwar, aber nach einigen Versuchen schaut er uns dann traurig an, schiebt die Unterlippe vor, seufzt und sagt: „Dafür habe ich einfach nicht den richtigen Mund.“

Das kommt schon noch, kleiner geliebter Wolf. <3

16 Monate kleiner Wolf.

Die Zeit rennt. Wahnsinn. Vor zwei Jahren wussten wir, dass du in meinem Bauch bist und jetzt tobst du hier rum.

Arztbesuche: Jetzt kommt die Krankheitswelle. Du hast das erste Mal Antibiotika bekommen, wegen einer Entzündung im Ohr. Tolles pinkes Zeugs – du hast es quasi aus der Einwegspritze gesogen. Die Woche danach gab es gleich wieder 40,0°C Fieber. Da war ich dann auch krank – also zusammen zum Arzt. Seitdem ging es – das darf auch gerne so bleiben.

Tagsüber: Im Kindergarten wird wieder geschlafen. Meist nach dem Mittagessen. Ab und zu schläfst du auch noch, wenn du abgeholt werden sollst. Danach ist Omazeit, bis ich dich um kurz vor fünf einsammeln darf. Im Kindergarten bist du so gerne – wenn mit uns andere Kinder ankommen, wird schon in der Garderobe ausgiebig gekichert und gebrabbelt.

In den Nächten: Die vier Eckzähne sind durch und drei der Backenzähne auch komplett – beim vierten fehlt noch ein ganz kleines bisschen. Ab und zu schläfst du jetzt wieder 2-3 Stunden, bevor du das erste Mal nach mir rufst. Manchmal bekomme ich dich sogar ohne stillen beruhigt und zurück in den Schlaf gekuschelt. Nachts bei uns wachst du noch 1-2x auf – es wird tatsächlich langsam besser.

Stillen/Beikost: Wehe, wir wollen dir beim Brei helfen. Das willst du komplett alleine machen. Abends bekommst du immer mal wieder Brot statt Brei – da bist du dir selber noch nicht einig, was besser ist. Trinken aus einem richtigen Becher ist der Hit! Gestillt wird abends und nachts noch.

Unterwegs: Auto, Kinderwagen, Buggy.

Gelernt: Laufen! Du kannst jetzt richtig laufen! Immer mehr angedeutete Worte hören wir – alles ist jetzt „Abi dabi!“ Durch ein tolles Auto mit Musik murmelst du manchmal auch schon „ABC…“ Wenn dein Papa mit seiner Nerf schießt, holst du ihm die Darts zurück. Du kannst sie auch schon richtig in die Nerf stecken.

Familie: Du hast endlich deine Cousine und deinen Cousin getroffen und zusammen habt ihr den ganzen Nachmittag gespielt. Auch deine Tanten waren sehr glücklich, dich zu sehen.

Kleiderkiste: 80. 86 teilweise. Noch immer. Ich habe letzte Woche den letzten 74 Body aussortiert.

Wir mit dir: Du weißt genau, wie du uns um den Finger wickeln kannst. Es ist so schön zu sehen, wie du mich und deinen Papa als sicheren Ort hast. Du und dein Papa, ihr macht mir regelmäßig richtiges Herzklopfen <3

Taps, taps, taps.

Der kleine Wolf läuft jetzt. So richtig. Und wer läuft, braucht auch richtige Schuhe.

Wir waren am Wochenende bei den Schwiegereltern und ein bisschen im Fördepark bummeln. Bei Reno gabs es dann für den Wolf die ersten Schuhe. Die Verkäuferin war nicht so talentiert, also mussten Oma und ich die Schuhgröße des Kleinen ermitteln. Größe 20 ist es geworden. Zwei Paar Schuhe hat er anprobiert, das zweite Paar war es dann. Er hat sich die Schuhe auch schon selber aus dem Regal ausgesucht. (Was ich nicht verstehe: Warum produziert man Schuhe in so kleinen Größen, die furchtbar starr und hart sind?)


Es ist faszinierend, wie verschieden die Kinder laufen lernen. Der Wolf übte ja schon länger, kleine Strecken frei zu laufen. Montag vor zwei Wochen lief er beim Geburtstag seiner Uroma nur noch. Dienstag war er krank – kein einziger Schritt. Ab Mittwoch dann langsam wieder. Seitdem wird es jeden Tag mehr. Man braucht ihn auch nicht mehr daran zu erinnern, dass er laufen kann. Er macht es einfach. An der Hand von Erwachsenen laufen macht er nur, wenn er auch Lust dazu hat. Sein Kindergartenkumpel hat über Wochen nichts anderes gemacht – lies einfach nicht los und hat fast den ganzen Tag eine der Erzieherinnen in Beschlag genommen. So klein und schon so verschieden.

Lauf, kleiner Wolf, lauf – wir sind hier an deiner Seite.

12 Monate kleiner Wolf – Happy Birthday!

Heute ist dein erster Geburtstag! Leider können wir nicht so feiern, wie wir das geplant hatten. Aber das holen wir in zwei Wochen nach, wenn der Umzug durch ist.

Arztbesuche: U6 stand an, 9860 Gramm auf 75 cm. Genau auf der mittleren Linie. Ansonsten gut entwickelter quirliger Wolf. Impfung hat er gut weggesteckt. Nur ganz kurz gejault. Natürlich hatten wir zehn Tage später ein bisschen Fieber, aber das war dann nach einem Tag wieder weg.

Tagsüber: Da hat sich jetzt nichts mehr geändert. 7 Uhr auf stehen, spielen, Krippe. Dort holt meine Mama ihn jetzt ab.

In den Nächten: Da du durch die Zähne und die Erkältung zu kämpfen hattest, waren die Nächte wieder etwas anstrengender. Du schläfst trotzdem meist in deinem Zimmer ein, aber wachst 4-6x auf. Wenn wir ins Bett gehen, nehmen wir dich mit. Neben mir schläfst du dann besser.

Stillen/Beikost: Zum Frühstück gibt es ein Stück Brötchen und einen Joghurt. Mittags dann Obstgläschen. Du hast jetzt auch schon das erste Mal Nudel-Gläschen gegessen. Abends gibt es Milchbrei. Gestillt wird abends zum Einschlafen und Nachts. Manchmal noch nachmittags, wenn du wegen der Zähne nicht so recht was essen möchtest. Zwischendrin probierst du immer mal wieder Obst – mal magst du es, mal nicht.

Unterwegs: Du hast deinen Fuhrpark erweitert – wir haben jetzt noch einen Britax Buggy. Den hatten wir am Wochenende auch mit ins Ruhrgebiet. Da schläfst du auch gerne drin. Die Emei habe ich inzwischen eingepackt. Dafür hast du Samstag wunderbar im Tuch geschlafen und Sonntag auf meinem Rücken in der Ergo. (Nachdem du mir mit einem Stück Brot den kompletten Nacken zerkratzt hast…)

Gelernt: Du läufst immer besser um den Tisch und löffelst auch schon mal selber ein bisschen Brei. Du verziehst so wunderbar das Gesicht, wenn man Faxen mit dir macht.

Familie: Du musst inzwischen erstmal ein bisschen auftauen, aber dann spielst du mit allen wirklich gerne. Hauptsache, jemand baut dir den Stapelturm wieder auf oder leer das Duplo-Haus aus.

Kleiderkiste: 80. Die Oberteile von Primark in 80 sind inzwischen an den Ärmeln zu eng. Dafür sind andere Teile noch viel zu groß. Bekloppt, wie unterschiedlich das ausfällt.

Wir mit dir: Ein Jahr bist du jetzt bei uns. Ein aufregendes, turbolentes, wundervolles Jahr. Ich bereue es in keiner Sekunde, dass wir nicht noch gewartet haben. Du bist so ein wunderbarer Junge, kleiner Wolf.

Alles Liebe zum Geburtstag!

31+1.

Wie lange bin ich schwanger?
31 Wochen und 1 Tag.

Geburtsvorbereitungskurs – irgendwas besonderes?
Eswar der erste Termin mit den Männern. Bis auf drei waren auch alle mit. Mein Mann fand den Abend nicht so berauschend, er kennt das aber auch schon. Mal sehen, wie oft ich ihn noch mitbekomme. Thema waren Wehen und Geburt. Eine der Damen hat gefühlt jegliche Literatur zum Thema Baby gelesen und weiß natürlich einfach alles. Hypnobirthing hatte sie auch angesprochen, davon wusste unsere Hebamme aber eher weniger. Generell bestärkt uns die Hebamme darin, auf unseren Körper zu hören. Uns nicht an Werte, Tage, Abstände zu klammern, die irgendwo aufgeschrieben sind. Ich mag sie dafür ziemlich – sie verteufelt nichts.

Was war schön letzte Woche?
Polterabend am Mittwoch von unserem Vermieter – meine Kollegen waren auch da und ich hab so viel gelacht wie schon ewig nicht mehr. Samstag sind wir nach HH und haben eine kleine Einweihungsparty bei einer Freundin gefeiert – mit Frühstück am Sonntag. Das war einfach so schön. (Neue Freundschaften sucht man nicht, die laufen einem einfach über den Weg. Und dann lässt man diese Leute nicht mehr gehen.) Sonntag war ich spontan grillen bei einer Freundin, die ich noch aus der Schulzeit kenne. Sie war hier bei ihrem Vater und hat sich um das Haus gekümmert, weil er im Urlaub war. Das war wirklich ein verdammt lustiger Abend. So viel Zeit haben wir ewig nicht mehr miteinander verbracht. Auch mit ihrem Freund habe ich mit prächtig unterhalten – natürlich war das Hauptthema Baby, hihi. (Auch für ihn, er hat schon einen Sohn.)

Was vermisse ich?
Lachsbrötchen. Lachsfrischkäserolle. (Wtf? Gabs sonst auch nur alle Monate mal.)

Was macht mein Körper?
Bisschen ziepen am Bauch, trockene Stellen an den Ellenbogen. Wird eingecremt und dann gehts. Nachts immer wieder Knie-, Becken- oder Hüftschmerzen. Ich nehme inzwischen jeden Tag 200 mg Magnesium, was gerade so reicht, um nur Andeutungen von Krämpfen zu bekommen. Außerdem wache ich nachts immer wieder mit kribbelnden Händen und Beinen auf – da ich dann meist sowieso zum Klo muss, gehts dann beim Einschlafen wieder. Und seit heute kann der Wolf so rumpeln, dass es mir ordentlich in der Seite ziept. Sodbrennen aus der Hölle gibts ab und zu auch noch. Vorallem vom Selter trinken. Aber andere Sachen möchte ich eigentlich nicht regelmäßig.

Worauf habe ich besonders Heißhunger?
Kräuter-, Knoblauch- oder Tomatenbutter. Leider mag meine Zunge das nicht so. Und ich könnte wirklich ständig Fisch essen.

Was geht so gar nicht?
Parkplatzsuche in HH.

Was haben wir vorbereitet?
Isofix-Base habe ich Donnerstagabend ersteigert und Samstag war sie schon da. Ist jetzt eine von Römer geworden, also werden wir uns dann den Baby Safe Plus SHR II kaufen. Chili Pepper natürlich. Außerdem habe ich eine Umstands-Trage-Jacke bei Bon Prix bestellt. Meine bisherigen Jacken gehen nicht mehr zu oder sind zu kurz. Und bis Ende Oktober ist es ja noch ein bisschen… Letzte Woche stand plötzlich ein Kollege bei mir im Büro und drückte mir einen Karton in die Hand – die Lieblingskollegin hatte Lätzchen aussortiert 🙂

Worüber freue ich mich?
Es geht mir eigentlich recht gut, ich habe Zeit gehabt zum Lesen, war schwimmen und hab Freunde getroffen. Hach. Außerdem kann ich langsam akzeptieren, dass ich nicht mehr so viel kann. Ich nehme mir nichts mehr vor, sondern freue mich über die Sachen, die ich dann doch geschafft habe.

31

31+1. Einen halbwegs schlauen Blick bekomme ich um 05:55 Uhr noch nicht hin.