„Omas Arbeit ist weg!“

Unser Kindergarten liegt am Stadtrand. Hinter der Straße sind Felder und in der Ferne ist die Raffinerie Heide zu sehen. Am Tag durch Rauchwolken, in Dunklen an den vielen Lichtern. Dort arbeitet die meine Mutter im Büro. Gestern war es etwas diesig und kurz vor der Kita sagte der Wolf zu seinem Papa: „Omas Arbeit ist weg. Die ist geklaut!“ Auf Nachfrage von ihm, wer die Raffinerie geklaut hat, kam „der große Mann!“

Heute Morgen – klare Sicht – Lichter waren wieder sichtbar.

„Ein Glück, Papa. Omas Arbeit ist wieder da!“

Bitte bleib so neugierig und aufmerksam, kleiner Wolf. Du hast damit gestern und auch heute mindestens fünf Menschen zum Schmunzeln gebracht.

Wocheneinkäufe KW 45.

Bei Hummelchen habe ich am Wochenende ein Video über ihren Wocheneinkauf gesehen und dann fing es an, in mir zu arbeiten. Was und wie viel kaufen wir eigentlich so? Was wollen wir nächste Woche essen? Wie kann ich das verbessern, damit ich nicht immer planlos irgendwas einkaufe? Ich habe tatsächlich einen Plan gemacht, was ich gerne kochen möchte und dafür eingekauft. Langfristig möchte ich eigentlich unsere Bestände etwas verkleinern, damit das alles ordentlich ins Regal passt und nichts mehr abläuft.

Milch, Quark, Joghurt, Aufschnitt – das geht so weg fürs Frühstück. Brot hatte ich Samstag erst gekauft. Von den Tassimo Kapseln möchte ich mich Ende des Jahres verabschieden. Zu viel Müll und die Qualität nimmt immer weiter ab. Dafür soll ein Milchaufschäumer und ein Espresso-Kocher einziehen. (23€ war der Einkauf.)

Abends gab es Cannelloni gefüllt mit Hack-Tomatensoße. Auf dem Bild fehlen noch die Gewürze für die Tomatensoße. Gereicht haben zwei Auflaufformen für uns Montag. Dienstag gab es das für den Liebsten noch mal und eine kleine Portion für den Wolf, der war aber nicht so überzeugt. Den Rest nahm der Liebste am Mittwoch mit zur Arbeit. Für mich gab es Salat mit Thunfisch & Mini-Mozzarella. (Ebenso Mittwoch bei der Arbeit.)


DM geplündert am Dienstag. Das passiert natürlich nur alle paar Monate mal – dank Straßensperrung war auch das letzte Shampoo alle. Die Beutel mit den Sternchen mussten doch dort bleiben, die waren nicht ausgezeichnet und mir zu teuer. Ein paar Quetschies für den Wolf, Feuchttücher, Eiweiß-Riegel. Und Kreidestifte. (38€)


Bestände auffüllen am Mittwoch. Jeden Morgen 150 Gramm Quark – da reicht eine Packung nicht für die Woche. Cola für den Liebsten, Mandarinen auch. Gekocht habe ich Kürbissuppe mit saurer Sahne und Bacon.

Von der Suppe gab es für mich Donnerstagmittag noch einen Teller. Abends war Laternelaufen, mit Würstchen im Brötchen für die Männer. Die Kürbissuppe pur war dem Liebsten zu vegetarisch, also kauften wir noch Köttbullar. Dazu Brot und Chips für ihn. (5€)

Zwei Köttbullar hab ich dann auch genommen, mehr wollte ich nicht. Dazu Joghurt, der ein bisschen die Schärfe genommen hat.

Freitag waren wir wieder einkaufen. Der Mann hatte aber alles schneller weggeräumt, als ich ein Foto machen konnte. Gekauft haben wir Joghurt für den Wolf, Brot, Hackfleisch und Leberkäse zum Selberbacken von der Fleischerei, Selter, Cola, Windeln, Tonic Water, Mais, Kidneybohnen, Creme Fraiche, Knabbernüsse, Chips, Salat, Kartoffel, Wurzeln und zwei neue Gläser von der Wacken Brauerei. (60€) Abends gab es für mich Kichererbsengulasch mit Couscous. Leider ohne Kürbisspalten, den Kürbis hatte ich ja Mittwoch schon verkocht… Für den Liebsten Leberkäse mit Couscous. Die Kichererbsen-Geschichte mache ich auf jeden Fall wieder, das war so lecker! Aber dann reicht für mich auch eine Dose.

Samstagsessen: Taco-Schiffchen mit Hacksoße, Kidneybohnen, Salat und Soße. Dazu noch für mich Kidneybohnen. Der Mann bekam drei Schiffchen. Der Wolf war den ganzen Tag fiebrig und nur für Brot und Joghurt zu begeistern. Heute gibt es das erneut. Für den Wolf Banane und Brot. Er isst in der Woche im Kindergarten mittags warm, am Wochenende frühstücken wir meist so spät, dass das dann für Frühstück und Mittag zusammen zählt.

Ohne den Drogerie-Einkauf komme ich auf knapp 90€, das ist auch der Wert, den ich mir ungefähr vorgestellt hatte. Mal mehr, mal weniger. Diese Woche waren wir auch immer alle pünktlich in der Wohnung, nächste Woche sieht das schon wieder anders aus. Mein Einkaufsverhalten zu protokollieren, werde ich wohl nicht weiter durchhalten, aber vielleicht schaffe ich es ja ab und zu die Gerichte unserer Woche zu posten.

Vollzeit.

Seit über einem Jahr arbeiten der Mann und ich Vollzeit. Eigentlich war das übergangsweise geplant, weil sein Arbeitsvertrag nur bis 31.12.2016 ging. Damit wir dann etwas mehr Spielraum haben, was die Finanzen angeht. Vertrag wurde erstmal verlängert, aber es klappte so gut, ich wollte nicht zurück zur Teilzeit. Mir ging und geht es jetzt wesentlich besser als vorher. Ich hoffe, wir können das auch weiter irgendwie nächsten Jahr hinbekommen. Das dritte Jahr Elternzeit für den Wolf habe ich mir erstmal aufgespart, wer weiß wann ich das noch brauche. Wenn ich noch mal Teilzeit arbeite, würde ich meine Stunden anders verteilen.

Momentan bringt der Liebste den Wolf morgens in die Krippe in die Frühbetreuung. Um 7 Uhr geht es für den Wolf los. Da bin ich meistens schon fast eine Stunde bei der Arbeit. Durch meine Gleitzeit kann ich recht flexibel anfangen. Ab 6 Uhr zählt die Uhr. Das nutze ich sehr gerne. Die Straßen sind noch frei, es gibt einen Parkplatz nicht ganz so weit weg und ich kann in Ruhe ankommen. Mein Fahrtweg hat sich jetzt von 25 auf 35 Minuten erhört, da bis Ende 2018 eine Hauptstraße saniert wird. Mit Verkehr wird das schnell auch mal 40-45 Minuten. Der Mann ist gegen 7:30 Uhr bei der Arbeit, nutzt diese 30 Minuten zum Überstundenabbau – sofern er wirklich pünktlich um 16 Uhr geht, was auch nicht immer der Fall ist. Der Wolf wird bis 14 Uhr in der Krippe betreut und wird von Montag bis Donnerstag von meiner Mutter abgeholt. Am Freitag arbeite ich nur bis 12 Uhr, der Mann bis 13 Uhr – also holen wir den Wolf zusammen ab.

Mein Jahr Teilzeit arbeitete ich 28 Stunden, verteilt auf vier Tage. Der Wolf ging ab 8 Uhr in die Krippe. Somit war ich meistens gegen 8:40 Uhr sehr abgehetzt bei der Arbeit und musste bis 16:10 Uhr bleiben. Zeit für Überstundenaufbau? Nicht möglich. Dafür dann ein schlechtes Gewissen, wenn ich erst gegen 17 Uhr meinen Sohn abholen konnte. Eingekauft wurde abends um 20 Uhr, gekocht? Sehr selten. Alles nur gehetzt, schnell schnell. Kaum Zeit unter der Woche.

Seit der Vollzeit ist das anders. Ich bin viel entspannter, kann auch früher gehen, wenn es nötig ist – Stunden bekomme ich jetzt locker zusammen. Meist gehe ich um 15:30 Uhr, kaufe auf dem Rückweg ein und genieße die Zeit mit dem Wolf. Habe wieder Spaß am Kochen, fahre regelmäßig zum Sport. Konzentriere mich mehr auf mich. Bin eine entspanntere Mutter für meinen Sohn. Nur durch ~45 Minuten mehr Zeit am Abend! Seit er manchmal in seinem Bett durchschläft, fehlt er mir morgens sehr. Da hüpft mein Herz, wenn ich ihn erzählen höre, bevor ich zur Arbeit fahre. Ich schaue kurz in sein Zimmer, wenn das Licht brennt und sollte er wach sein, wird schnell gekuschelt. Die fünf Minuten habe ich auch noch.

Freitags frei zu haben war echt toll, aber sollte ich erneut Teilzeit beantragen, würde ich lieber 45-60 Minuten weniger pro Tag machen und freitags arbeiten. Einfach um genug Puffer zu haben, nicht hetzen zu müssen. (Bei Teilzeit in Elternzeit ist das Maximum 30 Stunden – dann müsste ich natürlich rechnen, wie das passt.)

3 Jahre kleiner Wolf.

Wow, wie schnell ist bitte dieses Jahr an uns vorbei gezogen? Du bist jetzt schon drei!
Arztbesuche: U7a erfolgreich bestanden. Alles gezeigt und gesagt, was du solltest. Wobei du lieber die Bilder von der Wand erklären wolltest, als die vom Zettel. Wunderbar entwickelt bist du! Dieses Jahr warst du zum Glück nicht so häufig krank. Bisschen Fieber zwischendurch, mit Scharlach. Leider auch ein Medikamenten Exanthem, aber das hatten wir zum Glück schnell im Griff.

Tagsüber: Das mit meiner Vollzeit-Stelle hatte sich schnell eingespielt. Dein Papa bringt dich in den Kindergarten und ihr habt da einen richtig schönen Ablauf gefunden. Seit wir rausgefunden haben, dass es dir im Schlafraum einfach zu laut war, hast du deinen Mittagsschlaf wieder draußen in der Karre gemacht. Viel entspannter für uns alle! Wobei es jetzt langsam auf Abschaffung hinaus läuft. Manchmal möchtest du einfach nicht schlafen. Du hast dann irgendwann einen kleinen Durchhänger, schaffst es aber immer besser bis abends.

In den Nächten: In den letzten Wochen sind wir noch eine Stufe weiter gekommen. Abends ziehst du dir deine Hose und deinen Pulli aus und wir gehen aufs Klo. Mal mit mir, mal mit Papa. Wickeln, Schlafanzug anziehen, Zähne putzen. Du suchst dir ein Buch aus und ins Bett gekuschelt lesen wir. Kuscheln, knutschen, vom Tag erzählen. Papa rufen. Mich aus dem Bett werfen. Mit Papa das Schlaflied singen. Du hast seit ein paar Wochen eine Lampe direkt am Bett. Manchmal schaust du noch ein Buch an und machst dann das Licht aus. Oder schläfst bei Licht ein. Wir schleichen uns abends rein und schalten es aus. Du kommst immer seltener zu uns nachts. Dafür ist dann morgens dein Licht wieder an. Es scheint dir genug Sicherheit zu geben.

Essen: Alles probieren, was wir essen. Besonders das, was du eigentlich nicht essen sollst. Du bist eine kleine Schokoschnute, Gummibärchen sind nicht so dein Fall. Obst in Form von Quetschies. Ab und an etwas Banane. Phasenweise hast du tatsächlich ein ganzen Brot gegessen, aber wirklich leer werden nur deine Joghurts. Du holst dir inzwischen alles selber aus dem Kühlschrank. Neueste Vorliebe: Milka Philadelpia und Pommbären. Nicht zusammen.

Unterwegs: Den Buggy nutzen wir noch immer sehr viel. Ich kaufe gerne zu Fuß ein, kann dich aber an der Hauptstraße und auch im Laden nicht laufen lassen. Dann bist du weg. Wenn wir mit deinem Papa unterwegs sind, darfst du mehr laufen. Wobei du auch gerne auf seinen Schultern sitzt. Die Strecke zum Kindergarten ist auch kein Problem und in Skagen bist du sogar vom Parkplatz bis zur Spitze gelaufen. Das ist echt schön.

Gelernt: Sooooo viel! Du redest uns in Grund und Boden. Öffnest die Autotür. Machst den Beamer aus. Stellst deinen Hocker vors Klo. Ziehst dich aus. Schneidest Dinge aus. Baust mit den Schienen. Baust mit richtigem Lego! Singst das Schlaflied mit. Oder alle anderen Lieder aus dem Kindergarten. Schaust dir Fotos auf Omas Handy an, startest dort auch die Videos. Räumst dein Geschirr aus der Spülmaschine. Telefonierst wie ein Profi. Wächst als digital Native auf – lineares Fernsehen findest du merkwürdig.

Familie: Zwei Wochen nur mit Mama geht auch. Sogar bei Oma hast du jetzt wieder mal geschlafen. Dir fehlt deine Tante, aber die kommt in zwei Wochen nach 3 Monaten endlich wieder. Nach einer Woche Urlaub mit deiner Cousine und deinem Cousin vermisst du sie ganz ordentlich.

Kleiderkiste: 98/104 ist noch immer die Größe der Wahl. Im Sommer passten die ganzen kurzen Checkerhosen prima. Ein paar Jacken in 98 hab ich aussortiert. Aber Schneeanzug müsste eigentlich noch passen. Zumindest der Softshellanzug passt prima und auch die Matschklamotten. Aufgestockt habe ich die Zahl der Hosen, vielleicht möchtest du es bald mal ohne Windel probieren? Deine Halbschuhe haben jetzt Größe 25, die Gummistiefel auch. Eigentlich erwarte ich demnächst einen Sprung in den Größen. Mal abwarten, Winterstiefel in 27 haben wir noch.

Wir mit dir: Unser geliebter Wolf, das war schon ein sehr emotionales Jahr. So viel muss sich erst finden – und du hast uns immer wieder gezeigt, wie schön alles doch sein kann. Du tust vorallem deiner Uroma so gut! Ich liebe es einfach, dich spielen zu sehen, mit dir zu reden, dich zu kraulen. Vieles konnte ich die ersten Jahre gar nicht richtig fühlen, umso schöner ist es jetzt.

Happy Birthday, großer Wolf!

„Dafür habe ich nicht den richtigen Mund!“

Der Wolf redet inzwischen ohne Punkt und Komma. Fängt morgens an, kommentiert alles, hört erst beim Einschlafen wieder auf. Das Gute daran: Worte, die wir meistens richtig verstehen können. Er bildet Sätze, erzählt ganze Geschichten. Wie viel davon genau so geschehen ist, steht auf einem anderen Blatt. Wenn wir etwas nicht verstehen, erklärt er uns das mehrfach. Bis wir das halt endlich kapiert haben. Aber manchmal stolpert er noch über Wörter, die er nicht so richtig aussprechen kann. Schildkröte ist eins davon. Er versucht es zwar, aber nach einigen Versuchen schaut er uns dann traurig an, schiebt die Unterlippe vor, seufzt und sagt: „Dafür habe ich einfach nicht den richtigen Mund.“

Das kommt schon noch, kleiner geliebter Wolf. <3